Wertschöpfung

Klimaschutz und Luftreinhaltung im Standortbetrieb

Emissionen

Wir wollen die Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen bei der Entwicklung, Produktion und Instandhaltung in unseren Werken kontinuierlich reduzieren und so einen Beitrag zum globalen Klimaschutz und zur Verbesserung der lokalen Luftqualität leisten. Mit einer ecoRoadmap stellen wir als ersten Schritt den Standortbetrieb in München ab 2021 klimaneutral.


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In München haben wir mit dem Aufbau einer Photovoltaik-Anlage begonnen. Die klimaschonende Eigen-Energieerzeugung ist auch für unseren polnischen Standort in Rzeszów geplant.

Wir bekennen uns zum Pariser Klimaschutzabkommen und wollen unseren Beitrag dazu leisten, die globale Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Neben alternativen Triebwerkskonzepten und Kraftstoffen für die Luftfahrt ist der nachhaltige Standortbetrieb eine Säule unserer Klimaschutzaktivitäten. Der größte Anteil an klimawirksamen Emissionen entsteht während der Nutzung unserer Produkte. Die Klimawirkung in der Nutzung unserer Produkte hat für uns daher eine besonders hohe Relevanz und bildet einen Fokus unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Dieser ist ausführlich dargestellt unter → Klimawirkungen von Flugzeugantrieben.

Treibhausgas-Emissionen im Rahmen der Herstellung und Instandhaltung von Triebwerken und Modulen in unseren Werken bewerten wir kontinuierlich nach dem anerkannten, internationalen Standard des Green House Gas (GHG) Protocol. Wir streben an, diese dauerhaft zu reduzieren bzw. über unsere ecoRoadmap nicht-vermeidbare CO2-Emissionen hochwertig zu kompensieren. Von den Treibhausgasen, die nach dem Kyoto-Protokoll klimawirksam sind, wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O), teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) und Schwefelhexafluorid (SF6), ist für die MTU im Standortbetrieb allein die CO2-Emission wesentlich. Die CO2-Bilanz setzt sich zusammen aus direkten Treibhausgasemissionen (Scope 1), die aus Quellen im Besitz des Unternehmens stammen, und aus indirekten Treibhausgasemissionen (Scope 2), die auf den Verbrauch von zugekauftem elektrischen Strom und Fernwärme zurückgehen. Zum Scope 3 zählen die vor- und nachgelagerten CO2-Emissionen, etwa die der Lieferanten oder aus Dienstreisen und Transporten in der externen Logistikkette.

Unser Beitrag zu SDG 13

Mit der Reduzierung von Treibhausgasen können wir auf das globale Entwicklungsziel SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ einzahlen und unsere Verantwortung als produzierendes Unternehmen gegenüber globalen Herausforderungen wie den Klimawandel wahrnehmen. Dazu gehört für uns, dass wir unseren Standortbetrieb mit einer Roadmap am Pariser Klimaziel ausrichten werden.

Maßnahmen zum Klimaschutz

→ Erfahren Sie mehr über unseren Beitrag zu den SDGs aus der UN-Agenda 2030

 

CO2-Emissionen kontinuierlich reduzieren

Die MTU will die Emissionen von Treibhausgasen bei der Entwicklung, Produktion und Instandhaltung in ihren Werken kontinuierlich reduzieren und dadurch einen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten. Zielsetzungen für CO2-Reduzierungen erfolgen auf Standortebene. Am Hauptsitz München ist das Programm „Clean Air-Industrial Site“, mit dessen Hilfe wir den CO2-Ausstoß um 25% senken wollten (Basis 1990), Ende 2020 erfolgreich abgeschlossen worden. Die ursprüngliche Zielsetzung konnten wir sogar mit einer Reduzierung von insgesamt 29% übertreffen. Ein sich zeitlich anschließendes Umweltprogramm mit Reduktionszielen bis 2022, die sich an den Vorgaben des Münchner Klimapakts orientieren, haben wir verabschiedet. Auch andere MTU-Standorte haben Umweltprogramme aufgelegt. Hannover hat Maßnahmen bis 2022 vor allem zur Reduzierung des Gas- und Stromverbrauchs im Maschinenpark und Gebäudemanagement vereinbart. Der Standort in Ludwigsfelde verfolgt bis 2022 unter anderem das Ziel, den Energieverbrauch jährlich um mindestens 1% zu senken. Am polnischen Standort in Rzeszów ist im Berichtsjahr die Initiative „Eco Facility 2025“ gestartet, die umweltbewusstes Verhalten fördern und Investitionsprojekte für technische Lösungen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und damit verbundener CO2-Emissionen auf den Weg bringen soll.

545.000
Tonnen CO2 eingespart
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Wir haben unser Umweltprogramm Clean Air Industrial Site am Stammwerk Ende 2020 erfolgreich beendet. Unser Ziel einer Reduzierung von 25% haben wir nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen. Das bedeutet: Fast eine halbe Million Tonnen CO2 haben wir dadurch einsparen können.

Beispiele für CO2-Einsparungen

Wir setzen uns auch in gemeinsamen Initiativen für den Klimaschutz ein: Neben der Mitgliedschaft im UN Global Compact, über dessen zehn Prinzipien sich die MTU auch zum Umweltschutz verpflichtet hat, ist das Unternehmen in lokalen Initiativen vertreten wie zum Beispiel im Been-i Bayerisches Energieeffizienz-Netzwerk, im Klimapakt Münchner Wirtschaft, der sich unter dem Motto „Mehr Kooperation – mehr Klimaschutz“ seit 2019 in der zweiten Runde befindet, oder im 2020 gestarteten Klima- und Umweltpakt Bayern.

Unsere CO2-Bilanz für 2020

Für das zurückliegende Geschäftsjahr hat die MTU an ihren Produktionsstandorten 71.300 Tonnen CO2e-Emissionen verursacht. Die Höhe der Emissionen aus Scope 1 lag bei 35.600 Tonnen CO2e, 35.700 Tonnen CO2e entfielen auf Scope 2. Die Emissionen aus Scope 1 werden im Wesentlichen durch den Einsatz von Erdgas (verantwortlich für 28,5% der Gesamt-CO2e-Bilanz) und Kerosin (20,2%) verursacht; der Energiebedarf an Erdgas ist in erster Linie abhängig vom Produktionsvolumen, die Menge an Kerosin von Art und Dauer der Testläufe auf den Prüfständen. Die höheren CO2e-Emissionen aus Scope 1 gehen auf einen stärkeren Erdgasverbrauch zurück, da wir zwei neue Hallen in München und Vancouver in Betrieb genommen haben, die mit Erdgas beheizt werden, und darüber hinaus in München coronabedingt die Wärmerückgewinnung abgeschaltet haben. Der größte Anteil an CO2e-Emissionen mit 49% entfiel auf den Bezug von Strom (Scope 2). Die Scope-2-Emissionen sind 2020 aufgrund der geringeren Produktionsauslastung und des verstärkten mobilen Arbeitens zurückgegangen. Unsere spezifischen CO2e-Emissionen lagen für 2020 bei 21,6 Kilogramm je Produktionsstunde (2019: 14,3 ).

CO 2 -Emissionen (in Tonnen CO 2 -Äquivalenten) Scope 1 und 2 GRI 305-1, 305-2

 

2020

2019

2018

Gesamt

71.300

73.900

72.300

Scope 1

35.600

33.100

32.800

Scope 2

35.700

40.800

39.500

nur Produktionsstandorte; Emissionsfaktoren nach dem GHG-Protocol, Berechnung der Scope 2-Emissionen erfolgt anhand von Emissionsfaktoren der Energielieferanten (so genannte marktbasierte Methode), Scope-1-Emissionen für 2019 abweichend gegenüber früheren Veröffentlichungen aufgrund bereinigter Daten für den Energieverbrauch und den Emissionsfaktor für Biomethan. Angaben zu Emissionsreduzierungen aus dem Klimapakt Münchner Wirtschaft werden nach einem für alle Unternehmen einheitlichen Emissionsfaktor berechnet, der von uns unserem lokalen Emissionsfaktor abweicht.


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Um die Klimawirkung unseres Unternehmens für Stakeholder noch transparenter zu machen, nehmen wir am jährlichen Rating der internationalen Non-Profit-Organisation CDP teil, die einmal im Jahr Daten zu Treibhausgasemissionen, Klimarisiken und -strategien von Unternehmen erhebt. Im Berichtsjahr konnten wir unser Scoring stark verbessern und haben ein B auf einer Skala von D- bis A+ erreicht. 


Wir setzen uns derzeit damit auseinander, künftig geschäftsrelevante Klimarisiken und –chancen nach den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) offenzulegen. Unsere Position und den Status der Umsetzung haben wir hier dargestellt.

Logistik & Mitarbeitermobilität

Auch die Transport- und Logistikkette beziehen wir in den Klimaschutz ein. Maßnahmen sind optimierte Wege im innerbetrieblichen Transport oder der Einsatz von Fahrzeugen mit besserer Umweltbilanz oder Elektromotor, um den Flottenverbrauch zu verringern. Darüber hinaus fördern wir nachhaltige Arbeitswege der Mitarbeiter:innen. Am Standort Hannover haben wir konkrete Vorbereitungen für die Einführung einer wasserstoffbasierten internen Logistik initiiert.

Fuhrpark & Dienstwagen: Wir haben deutschlandweit sieben vollelektrische und 19 Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge im Einsatz, das entspricht derzeit einem Anteil von 14%. Wir rechnen für 2021 mit einer Steigerung auf mindestens 20%. Insgesamt haben wir zehn Normal-Ladesäulen installiert, einige davon auch auf unseren Mitarbeiterparkplätzen. Bis 2022 wollen wir das Netz auf bis zu 15 Ladesäulen für MTU- und Mitarbeiterfahrzeuge erhöhen.

Jobtickets: Wir fördern eine nachhaltige Mobilität der Mitarbeiter:innen auf dem Weg von und zur Arbeit mit vergünstigten Job-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr oder Web-Portalen für Fahrgemeinschaften.

Die Emissionen aus der Transport- und Logistikkette (ohne Dienstfahrzeuge des Unternehmens) fallen unter Scope 3, den wir noch nicht vollständig darstellen können. Die Höhe der CO2e-Emissionen aus Dienstreisen (Flug- und Bahnverkehr sowie Mietwagen) lag für 2020 aufgrund stark eingeschränkter Dienstreisen bei 2.000 Tonnen.

CO 2 -Emissionen (in Tonnen CO 2 -Äquivalenten) Scope 3 aus Dienstreisen GRI 305-3

 

2020

2019

2018

Gesamt

2.000

7.100

6.600

Emissionen je Mitarbeiter

0,2

0,8

0,9

2019-2020: Deutschland, Niederlande und Kanada; 2018: nur Deutschland und Kanada, Emissionsfaktoren nach dem GHG-Protocol

24.600
Kilometer CO2-neutral
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Ist das MTU-Team beim Stadtradeln in München 2020 gestrampelt und hat damit Platz 9 ergattert. Insgesamt haben unsere Mitarbeiter:innen dadurch 3,6 Tonnen CO2 vermieden. Respekt! 

ecoRoadmap Richtung Klimaneutralität

Wir haben 2021 unsere ecoRoadmap für einen klimaneutralen Standortbetrieb gestartet, mit der wir langfristige Klimaziele für die gesamte MTU bis 2030 erreichen wollen. Im ersten Schritt ist eine jährliche CO2-Reduzierung am Standort München um 6% (Basisjahr 2019) in einer Kombination aus Effizienz und dem Bezug nachhaltig erzeugter Energie vorgesehen, nicht vermeidbare Emissionen kompensieren wir hochwertig. Dadurch soll unser Stammwerk bereits ab 2021 klimaneutral gestellt sein.

Wir planen, die CO2-Emission bis 2030 um insgesamt 60% im Vergleich zum Basisjahr 2019 zu reduzieren. Der Schlüssel dazu liegt in einer nachhaltigen Reduzierung des Verbrauchs durch einen effizienteren Einsatz der Energie, außerdem nutzen wir die Chancen einer nachhaltigen Eigenerzeugung zum Beispiel durch Photovoltaik oder Geothermie (in Prüfung). Auch beim Energieeinkauf setzt die MTU auf umweltfreundliche Energien.

Im Jahr 2021 sollen die ersten konkreten Maßnahmen definiert und umgesetzt werden. Dazu betrachtet das Projektteam nicht nur die direkten und indirekten Emissionen, sondern ermittelt auch die relevanten vor- und nachgelagerten Emissionen des Standortes, um sie in die Zielsetzung mit einzubeziehen. Dazu gehören Mobilität der Mitarbeiter:innen, Logistik und Dienstreisen.

60 %
weniger CO2 bis 2030
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Mit der ecoRoadmap verfolgt die MTU das ehrgeizige Ziel, die CO2-Emissionen am Stammwerk in München bis 2030 um 60% im Vergleich zu 2019 zu senken. Das Werk ist mit 58% des Energieeinsatzes für den Standortbetrieb zugleich das größte.

 

Let's talk about! Unsere Video-Reihe zu Nachhaltigkeit@MTU mit unserem Klimaschutzexperten zur ecoRoadmap

→ Diesen Film finden Sie unter https://youtu.be/DTHmuJDCwQk

  

Luftemissionen

Die von uns eingesetzten Energieträger verursachen neben CO2-Emissionen weitere Emissionen in die Luft. Die Verwendung von Kerosin, Erdgas, Strom und Fernwärme aus fossilen Brennstoffen führt zum Ausstoß von Kohlenmonoxid, Stickoxiden, Schwefeldioxid und Staub. Diese Emissionen wollen wir ebenfalls reduzieren. Unser modernes BHKW am Standort München, das wir 2018 in Betrieb genommen haben, verursacht bei der Erzeugung von Strom und Wärme 80% weniger Stickoxide und 66% weniger Kohlenmonoxid als die Vorgängeranlage. Die absoluten Emissionen an unseren Produktionsstandorten umfassten 2020 insgesamt 238 Tonnen und lagen produktionsbedingt unter dem Niveau des Vorjahres. Den größten Anteil haben Stickoxide (162 Tonnen), die vor allem aus dem Einsatz von Kerosin für Prüfstandsläufe resultieren. 

Luftemissionen (in Tonnen) Scope 1 und 2 GRI 305-7

 

2020

2019

2018

Gesamt

238

266

244

Kohlenmonoxid (CO)

41

42

38

Stickoxid (NO X angegeben als NO 2 )

162

184

167

Schwefeldioxid (SO X angegeben als SO 2 )

31

36

35

Feinpartikel (Staub)

4

4

4

nur Produktionsstandorte

 


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