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Produktverantwortung & Lieferkette

Produktverantwortung & Lieferkette

Nachhaltiges Lieferantenmanagement

Unsere weltweiten Lieferanten sind wichtiger Bestandteil der Wertschöpfung der MTU. Gemeinsam mit ihnen wollen wir in einer partnerschaftlichen Beziehung nachhaltig produzieren. Für die Zusammenarbeit haben wir ökologische und soziale Kriterien formuliert, die uns wichtig sind.


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Für unsere Produktion und Instandhaltung beziehen wir Bauteile, Waren und Dienstleistungen von Lieferanten auf der ganzen Welt. Diese globale Lieferkette integrieren wir in unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten.

Die Wertschöpfung eines MTU-Produkts enthält wesentliche Vorproduktionsstufen bei externen Lieferanten. Wir setzen dabei auf verlässliche Beziehungen zu unseren Lieferanten auf der Basis gegenseitigen Vertrauens. Gemäß unserem Anspruch nach einer nachhaltigen Wertschöpfung und den Erwartungen unserer Stakeholder achten wir auf Standards in der Beschaffung. Im Rahmen eines nachhaltigkeitsorientierten Lieferantenmanagements (Responsible Sourcing) sind für uns ökologische und soziale Aspekte sowie die Transparenz in der Lieferkette wichtig. Wesentliche Nachhaltigkeitsanforderungen sind für Lieferanten verpflichtend. Wir stellen an unsere Lieferanten bezüglich Nachhaltigkeit die gleichen Maßstäbe an eine Zusammenarbeit, wie wir sie an unsere eigene Geschäftstätigkeit anlegen. In den beiden Geschäftsbereichen der MTU, Neu- und Ersatzteilgeschäft (Original Equipment Manufacturer, OEM-Geschäft) und zivile Instandhaltung (Maintenance, Repair and Overhaul, MRO-Geschäft), gelten weitgehend gleiche Standards. Sie haben aber jeweils eigene Organisationseinheiten für den Einkauf von Produktionsmaterial.

Da heutige Lieferketten global, weitverzweigt und komplex sind, konzentrieren wir uns hinsichtlich Nachhaltigkeitsaspekte auf die direkt vorgelagerte Lieferstufe (Tier 1). Allerdings ist vertraglich mit unseren Direktlieferanten vereinbart, dass die von uns definierten Standards auch von Sublieferanten einzuhalten sind. Die MTU-Standorte haben 2018 mit weltweit 6.983 Lieferanten zusammengearbeitet (2017: 6.521). Der leichte Zuwachs verteilt sich dabei auf beide Geschäftsbereiche OEM und MRO sowie auf alle Regionen. 65,5% der Lieferanten stammten aus Deutschland, aus Europa waren es 83,0%.

MTU-Lieferanten 2018 nach Regionen

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Lieferantenbasis für Produktionsmaterial und Nicht-Produktionsmaterial für die Segmente OEM (Neu- und Ersatzteilgeschäft) und MRO (zivile Instandhaltung). EMEA = Europa (ohne Deutschland), Naher Osten und Afrika; Americas = Nord-, Zentral- und Südamerika sowie Karibik; Asien-Pazifik = Ostasien, Südostasien, Australien und Ozeanien

 

Das Einkaufsvolumen für Produktionsmaterial belief sich 2018 auf rund 516 Mio. Euro für das OEM-Geschäft (2017: 476 Mio. Euro) und auf knapp 1,9 Mrd. Euro für die MRO (2017: 1,5 Mrd. Euro). Nicht-Produktionsmaterial haben wir 2018 für 510 Mio. Euro (OEM und MRO) beschafft (2017: 447 Mio. Euro). Das Einkaufsvolumen für Produktionsmaterial im OEM-Geschäft sowie das Nicht-Produktionsmaterial können wir weitestgehend frei beschaffen. Das Einkaufsvolumen in der Instandhaltung für Ersatzteile und Reparaturdienstleistungen unterliegt dagegen strikten Vorgaben des Originalherstellers. Hier hat die MTU Maintenance wenig Gestaltungsspielraum bei der Auswahl der Lieferanten. Ausnahme bildet lediglich das Leasing-Geschäft der MTU Maintenance Lease Services (MLS) in Amsterdam.

Einkaufsvolumen 2018 nach Regionen (in Mio. Euro)

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Einkaufsvolumen der Segmente OEM (Neu- und Ersatzteilgeschäft) und MRO (zivile Instandhaltung). EMEA = Europa (ohne Deutschland), Naher Osten und Afrika; Americas= Nord-, Zentral- und Südamerika sowie Karibik; Asien-Pazifik= Ostasien, Südostasien, Australien und Ozeanien; Nicht-Produktionsmaterial ohne MTU Maintenance Canada

Gemessen am Einkaufsvolumen liegen die Schwerpunkte der Beschaffung mit den für die Luftfahrtbranche wesentlichen Märkten in Westeuropa und Nordamerika. Im Neu- und Ersatzteilgeschäft beziehen wir die gesamte Bandbreite der Lieferkette von Roh- bis hin zu Fertigteilen. Guss- und Schmiederohteile ordert die MTU ausschließlich extern, ebenso spezielle Materialien, für die sie keine Fertigungskompetenz aufgebaut hat (zum Beispiel elektronische Regler). Wenn möglich, kaufen wir direkt bei den Roh- und Fertigteilherstellern, wobei das Unternehmen Rohstoffe nur in geringem Maße selbst beschafft (→ Zu Konfliktmineralien im Rohstoffeinkauf). Der durchschnittliche Anteil zugekaufter Teile liegt bei zivilen Antriebsmodulen zwischen 48 und 69%.

Vor allem für den Einkauf von Nicht-Produktionsmaterial und Dienstleistungen sind eine lokale Wertschöpfung von großer Bedeutung und die Vielfalt der Güter und Dienstleistungen sehr hoch. Nicht-Produktionsmaterial beziehen wir überwiegend in den Ländern, in denen wir tätig sind. Der lokale Anteil am Einkaufsbudget (Produktions- und Nicht-Produktionsmaterial) lag zum Beispiel für Deutschland bei 22,4% und für Polen bei 9,9% . Insgesamt hat die MTU 20,5% ihres gesamten Einkaufsvolumens bei Zulieferern vor Ort bezogen.

  

Unser Beitrag zu den SDGs

Unser Engagement für faire globale Lieferketten unserer Produkte über vorgeschriebene Sozialstandards sehen wir als einen Beitrag zu SDG 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“, eines der globalen Entwicklungsziele der internationalen Staatengemeinschaft (Sustainable Development Goals), und Ausdruck einer sozialen unternehmerischen Verantwortung über den Werkszaun hinaus. Über Compliance-Vorgaben für Lieferanten unterstützen wir zudem SDG 16 „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“, das als ein Unterziel fordert, Korruption und Bestechung weltweit zu reduzieren.

Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

→ Erfahren Sie mehr über unseren Beitrag zu den globalen Entwicklungszielen (SDGs)

   

Nachhaltige Standards im Einkauf setzen

Eine wichtige Grundlage für die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten ist ein verbindlicher Verhaltenskodex, der fester Bestandteil der Verträge ist. Er orientiert sich an den zehn Prinzipien des UN Global Compact. Folgende Sozial- und Umweltstandards sind darin festgelegt: Die Achtung der international anerkannten Menschenrechte, Kernarbeitsnormen der International Labour Organisation ILO, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung. Jeder Lieferant verpflichtet sich mit der Unterzeichnung des Vertrags, die Prinzipien einzuhalten und diese an die Sublieferanten weiterzugeben. Der Code of Conduct gilt für Lieferanten der europäischen Produktionsstandorte sowie der MTU Maintenance Canada und MTU Aero Engines North America und damit für 75% des Konsolidierungskreises. Darüber hinaus enthalten die Allgemeinen Einkaufsbedingungen der MTU (AEB) ebenfalls Umwelt-, Sozial- und Compliance-Vorgaben. In unseren AEB für die europäischen Standorte fordern wir zusätzlich die Einhaltung der europäischen Chemikalienverordnung REACh. → Zu Menschenrechten und Konfliktmineralien in der Lieferkette

Um für Nachhaltigkeitsstandards in der Lieferkette zu sensibilisieren, schulen wir regelmäßig Einkäufer zu Compliance-Sachverhalten und zum internen Code of Conduct, der für alle Mitarbeiter des Unternehmens gilt und Korruption, Bestechlichkeit, Vorteilsgewährung und wettbewerbswidriges Verhalten verbietet. MTU-Einkäufer sind auch auf den Verhaltenskodex für Lieferanten geschult. Darüber hinaus bieten wir spezielle Corporate Responsibility-Trainings an, darunter auch für MTU-Einkäufer.

Bei Verdacht auf Verstoß gegen den Lieferanten-Verhaltenskodex kann der Ombudsmann der MTU kontaktiert werden. Korruption, Erpressung, Vorteilsgewährung oder Kinderarbeit in der Auftragsausführung für die MTU führen zu einer fristlosen Kündigung der Zusammenarbeit. Bei einem Verstoß gegen andere Prinzipien muss der Lieferant die Umsetzung korrektiver Maßnahmen darlegen und schriftlich garantieren. Die MTU behält sich das Recht vor, die Einhaltung des Code of Conducts durch Vor-Ort-Audits zu überprüfen. Im Berichtszeitraum sind keine Hinweise auf Verstöße gegen den Code of Conduct gemeldet worden. Auch lagen keine Beschwerden über Lieferanten vor. Wir haben 2018 keine Zusammenarbeit mit Lieferanten aufgrund von Nachhaltigkeitsdefiziten oder aufgrund anderer Beanstandungen beendet.

 

Risikomanagement und Assessment

Für ein nachhaltiges Lieferantenmanagement erachten wir Vertrauensbeziehungen als sehr wichtig. Wir streben daher nach langfristigen Beziehungen zu unseren Lieferanten, im OEM-Geschäft für Luftfahrtantriebe ist zum Beispiel ein großer Teil der Materialien und Dienstleistungen über Langfristverträge mit einer typischen Laufzeit von zwei und mehr Jahren vergeben. Über vertraglich vereinbarte Pufferbestände können wir auf kurzfristige Bedarfsschwankungen reagieren. Im Berichtsjahr hat der Konzern mit 1.019 (2017: 1.014) neuen Lieferanten zusammengearbeitet, das entspricht einem Anteil von 14,6% (2017: 15,5%). Jeder Lieferant muss von der MTU zugelassen sein, bevor es zu einer Zusammenarbeit kommt. Dies beinhaltet eine verpflichtende Selbstauskunft und vertragliche Zusicherung zur Einhaltung des Code of Conduct. Für die Triebwerksleasing-Niederlassung MLS ist ein eigenes, aber vergleichbares Vorgehen etabliert. Umweltaspekte fragen wir in Form von Zertifizierungen wie ISO 14001 ab. Mit Hilfe von zyklischen Bewertungen wird ein bestehender Lieferant regelmäßig kontrolliert, auch hinsichtlich der ISO 14001-Zertifizierung. Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr 351 Audits bei allen wichtigen Lieferanten durchgeführt einschließlich Inspektionen und Befragungen vor Ort. Lieferanten müssen nach der Zulassung ihre ISO 9001-Zertifizierung für ein Qualitätsmanagement regelmäßig über Re-Zertifikate nachweisen. → Unsere Risikoanalyse von Lieferanten haben unter Menschenrechte dargestellt

  

Ausblick

Wir planen für das OEM- und MRO-Geschäft, in bestehenden Lieferantenaudits künftig Nachhaltigkeitsaspekte zu integrieren. Mit den Vorbereitungen haben wir 2019 begonnen.

  


Mehr zu:
Verhaltenskodex für Lieferanten


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