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Unternehmensführung

Unsere Verantwortung

Nachhaltigkeitsstrategie und -organisation

Die Luftfahrt ist im Wandel, sie muss emissionsärmer, leiser und damit nachhaltiger werden. Als Antriebshersteller und wichtiger Akteur der Branche wollen wir Veränderungen aktiv vorantreiben. Nachhaltigkeit bedeutet für uns vor allem: innovative Antriebslösungen für einen besseren Klimaschutz. Unsere Mission reicht dabei bis zum emissionsfreien Fliegen. Wir haben aber nicht nur das Produkt im Blick: Als produzierendes Unternehmen und Arbeitgeber von fast 11.000 Mitarbeitern handeln wir verantwortungsvoll in allen wesentlichen Bereichen.


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Zukunftsfähige Antriebskonzepte sind gefragt - sie müssen die Energie- und Emissionsbilanzen von Flugzeugen deutlich verbessern und den Fluglärm verringern, damit Fliegen nachhaltiger wird.

„Wir gestalten die Zukunft der Luftfahrt“ – diese Vision haben wir uns bereits vor zehn Jahren gegeben und sie ist aktueller denn je. Verantwortung zu übernehmen gehört für uns zum unternehmerischen Selbstverständnis. Diese Verantwortung zeigt sich in allen Bereichen unseres wirtschaftlichen Handelns und schließt die gesamte Wertschöpfung ein. Der Klimaschutz ist dabei ein zentrales Anliegen. Er ist Herausforderung für unser Geschäft und Ansporn zugleich, unsere Innovationsstärke auf nachhaltige Zukunftslösungen zu fokussieren. Nachhaltigkeit war auch 2019 als strategischer Anspruch in den Unternehmenszielen verankert und ist Teil unserer Unternehmensstrategie.

Flugreisen sollen auch für künftige Generationen attraktiv bleiben. Zudem ist die Luftfahrt für zuverlässige, globale Warenströme unverzichtbar. Zukunftsfähige Antriebskonzepte sind gefragt, die den hohen Sicherheitsstandard der Luftfahrt gewährleisten, Energie- und Emissionsbilanzen deutlich verbessern und den Fluglärm reduzieren. Langfristig streben wir über unsere Technologie-Roadmap eine emissionsfreie Luftfahrt an. Wir wollen damit das ZIel aus dem Pariser Klimaabkommen, die Erderwärmung bis 2050 auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, unterstützen und den Weg zu einer Dekarbonisierung der Wirtschaft ebnen. Wir sind überzeugt: Mit einer nachhaltigen Ausrichtung unseres Geschäfts bleiben wir auf Dauer wettbewerbsfähig und erfolgreich. Denn so schaffen unsere Produkte Mehrwert für unsere Kunden, indem sie Airlines darin unterstützen, Passagieren Flüge anzubieten, die Umwelt und Klima weniger belasten.

Flugreisen sollen auch für die nächsten Generationen attraktiv bleiben. Wir arbeiten an zukunftsfähigen Antriebskonzepten und streben langfristig über unsere Technologie-Roadmap eine emissionsfreie Luftfahrt an.

Das Kernelement unserer Nachhaltigkeitsstrategie bildet daher die Produktverantwortung mit den Fokusthemen Produktqualität und Flugsicherheit, Kraftstoffeffizienz, CO2- und Lärmemissionen sowie Innovationen. Wir verstehen Nachhaltigkeit umfassend und schließen Compliance, Umweltschutz an unseren Standorten, Mitarbeiterbelange, Lieferkette und Corporate Citizenship ein. Insgesamt haben wir 24 Themenfelder für unsere strategische Ausrichtung festgemacht Wesentliche Themen. Neben langfristigen Lösungen wollen wir auch Verbesserungen erreichen, die sich bereits kurzfristig auswirken.

  

Unser Beitrag zu den SDGs

Wir unterstützen die Sustainable Development Goals, die SDGs der Vereinten Nationen. Acht der insgesamt 17 Ziele bis 2030 sind für uns von besonderer Bedeutung, da wir zum Erreichen dieser Ziele unmittelbar beitragen können. Vor allem mit ökoeffizienten Antrieben und mit einem Umweltschutz in der Produktion haben wir den größten Impact auf die SDGs. Diese Ziele sind für uns relevant:

Hochwertige Bildung
Geschlechtergleichheit
Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Industrie, Innovation und Infrastruktur
Nachhaltige/r Konsum/Produktion
Maßnahmen zum Klimaschutz
Frieden, Gerechtigkeit und Institutionen
Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

→ Erfahren Sie mehr über unseren Beitrag zu den SDGs

 

Wir sind ein traditionsreiches Unternehmen mit starker Wertebasis

Der Vorstand führt die Geschäfte verantwortungsvoll sowohl nach innen als auch gegenüber der Gesellschaft. Der Deutsche Corporate Governance Kodex hat klare Regeln für eine gute Unternehmensführung erarbeitet, die wir in der MTU seit Jahren umsetzen. Reiner Winkler, CEO der MTU, ist Mitglied der Regierungskommission, die das Regelwerk erarbeitet hat und seither weiterentwickelt. Wichtiges Instrument, um Nachhaltigkeit nach innen über die gesamte MTU zu verankern, ist ein Verhaltenskodex. Er definiert klare Standards für den Umgang sowie für das Verhalten gegenüber Stakeholdern wie Kunden, Lieferanten, Behörden und Geschäftspartnern. Der Verhaltenskodex ist verbindlich für alle Mitarbeiter, Führungskräfte und Vorstände. Vorstand und Konzernbetriebsrat haben den Kodex gemeinsam vereinbart und eingeführt. Die Einhaltung des Kodex ist uns ein wichtiges Anliegen: Ein für alle Stakeholder offenes Meldesystem für Verstöße ist eingerichtet. Meldungen und Hinweisen gehen wir nach und ahnden nachgewiesene Verstöße. Der Verhaltenskodex soll 2020 überarbeitet werden. → Compliance

 

Wesentliche Themen des Verhaltenskodex

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→ Zum Verhaltenskodex der MTU

Darüber hinaus legt ein Unternehmensleitbild zentrale Werte für unser Handeln wie Fairness, Respekt und Wertschätzung fest. Ein Leitsatz daraus formuliert unseren Nachhaltigkeitsanspruch gegenüber unserem Umfeld: „Die MTU nimmt ihre Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft aktiv wahr.“ Über zentrale Leadership Values (We transform, We empower, We create trust) schaffen wir eine Führungskultur, die auf Vertrauen und Unterstützung setzt und nachhaltiges und innovatives Denken und Handeln fördert.

 

Gemeinsam mehr erreichen: der UN Global Compact

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Unternehmen
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aus 156 Ländern sind dem UN Global Compact beigetreten – darunter die  MTU. Sie verpflichten sich, kontinuierlich daran zu arbeiten, dass die Globalisierung sozialer und ökologischer gestaltet wird. 

Eine Richtschnur für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung sind für uns die zehn Prinzipien des UN Global Compact (UNGC), dem wir 2011 beigetreten sind. Als Unterzeichner bekennen wir uns zur Achtung der Menschenrechte, zu fairen Arbeitsbedingungen, zum Umweltschutz und zu Anti-Korruption. Bei der Umsetzung dieser Prinzipien im Unternehmen streben wir nach ständiger Verbesserung. Die Prinzipien geben wir über unseren Code of Conduct an die Lieferkette weiter. Dieser Nachhaltigkeitsbericht ist zugleich Fortschrittsbericht zum UNGC.

An folgenden Standards und Leitlinien zu Nachhaltigkeitsthemen orientieren wir uns:

 

Nachhaltigkeit im Unternehmen vorantreiben – unser Management

Wir haben Nachhaltigkeit in die Organisation integriert und ein Nachhaltigkeitsmanagement über den MTU-Konzern etabliert. Ein Corporate Responsibility (CR)-Board verantwortet im Auftrag des Vorstands die Umsetzung des CR-Managements. Über das CR-Management steuern wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie, -leistungen und -ziele. Das CR-Board agiert als Entscheidungsgremium und ist mit Mitgliedern des oberen Führungskreises aus wichtigen Zentralfunktionen besetzt. Es ist dafür verantwortlich, Nachhaltigkeit im Unternehmen voranzutreiben. Das CR-Board tagt regelmäßig sowie nach Bedarf, im Geschäftsjahr 2019 zum Beispiel im Rahmen eines Sonder-CR-Boards zum Thema Menschenrechte, die nach der jüngsten → Wesentlichkeitsanalyse einen höheren Stellenwert in der Nachhaltigkeitsstrategie der MTU einnehmen. Das CR-Board steuert die CR-Aktivitäten in der MTU und verabschiedet entsprechende Maßnahmen und Initiativen. Es berichtet regelmäßig an den Vorstand und den Aufsichtsrat. Bei Bedarf werden zu den Sitzungen Vertreter zusätzlicher Fachfunktionen eingeladen. Eine zentrale CR-Koordination steuert die gruppenweiten Nachhaltigkeitsaktivitäten und das übergeordnete CR-Management, den Stakeholder-Dialog speziell zu CR, übernimmt die Berichterstattung und entwickelt mit einem interdisziplinären CR-Team das CR-Management kontinuierlich weiter.

Eine wichtige Aufgabe für die operative Umsetzung leisten die CR-Fachkoordinatoren: Sie erarbeiten in ihren Disziplinen mit den Fachexperten Ziele und Maßnahmen, setzen diese um und sind für das Monitoring zuständig. Die Fachkoordinatoren gestalten in Abstimmung mit den Managern und Experten in ihrem Fachbereich maßgeblich die strategische Ausrichtung der fachspezifischen CR-Ziele und ihre Weiterentwicklung. CR-Managementbeauftragte an den Standorten unterstützen die CR-Fachkoordinatoren und die CR-Koordination. Mit dieser Organisationsstruktur gewährleisten wir, dass Nachhaltigkeit im gesamten Unternehmen über alle wesentlichen Themen verankert ist.

Das CR-Management der MTU

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Über das CR-Management steuern wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie, als Entscheidungsgremium agiert das CR-Board, eine zentrale CR-Koordination steuert die gruppenweiten Nachhaltigkeitsaktivitäten und das übergeordnete CR-Management, CR-Fachkoordinatoren erarbeiten in ihren Disziplinen Ziele und Maßnahmen und setzen diese um.

Risikomanagement

Wir beziehen Nachhaltigkeitsrisiken in unsere interne Steuerung ein und erfassen und bewerten diese über definierte Prozesse. Die MTU hat ein konzernweites, integriertes Risikomanagement und -controlling nach dem führenden internationalen Standard COSO II ERM Framework etabliert, mit dem sie Risiken und Chancen für das Geschäft steuert. Im Rahmen dessen werden auch nichtfinanzielle Risiken betrachtet. Für das Thema Compliance sind eine separate Risikobewertung und ein separater Berichtsweg etabliert, die der Compliance Officer steuert.

Darauf aufbauend erfolgt eine vierteljährliche Risikoabfrage für Nachhaltigkeitsthemen von sehr hoher Wesentlichkeit. Die Risikobewertung nehmen die CR-Fachkoordinatoren in Abstimmung mit dem oberen Management ihres Fachbereichs nach einheitlichen Kriterien und anhand einer mehrstufigen Skala analog zum Risikomanagement vor. Das Ergebnis der Risikobewertung wird quartalsweise vom CR-Board überprüft. Bei Bedarf erfolgt ein Reporting des Boards an das Risikomanagement und bei entsprechender Relevanz an den Vorstand.

In der Risikobewertung für das Geschäftsjahr 2019 haben wir keine wesentlichen Risiken für die Top-Themen unserer CR-Strategie ermittelt. Wesentliche Risiken sind solche, die sehr wahrscheinlich sind und schwerwiegende negative Auswirkungen haben.

MTU-Position zu den TCFD-Empfehlungen

Die vom Finanzstabilitätsrat gegründete Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) hat Empfehlungen für eine transparente Unternehmensberichterstattung zu Klimarisiken und -chancen veröffentlicht. Diese Empfehlungen beinhalten die Kernelemente Unternehmensführung, Strategie, Risikomanagement, Messgrößen und Ziele. Wir arbeiten intensiv daran, mit unseren Produktlösungen und einer ressourcenschonenden Produktion den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und die CO2-Emissionen kontinuierlich zu senken. Zu klimabezogenen Themen berichten wir bereits ausführlich im Nachhaltigkeitsbericht und legen darüber hinaus unsere Leistungen und Fortschritte im CDP-Rating offen. Wir befürworten transparente, relevante Nachhaltigkeitsinformationen von Unternehmen und setzen uns derzeit damit auseinander, wie wir die Empfehlungen des TCFD umsetzen können.

Ausblick

Die Gesellschaft erwartet von der Wirtschaft Lösungen für eine lebenswertere Zukunft. Wir wissen um unsere Rolle und Verantwortung in diesem Transformationsprozess und wollen nicht nur mit exzellenten Produkten und Services dazu beitragen, dass Fliegen auch für künftige Generationen ökologisch vertretbar bleibt. Das führt uns dazu, unsere Nachhaltigkeitsbemühungen zu intensivieren und unsere Strategie zu überarbeiten. Dabei wollen wir uns stärker mittel- bis langfristige Ziele in allen Bereichen setzen, die Bedeutung von Nachhaltigkeit innerhalb des Unternehmens weiter stärken und das Risikomanagement überarbeiten.

 


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