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Unternehmensführung

Ethik & Integrität

Compliance

Wir handeln verantwortlich in unseren Arbeits- und Geschäftsbeziehungen. Wichtige Grundlage dafür sind konzernweite Verhaltensgrundsätze, die für alle den Umgang im Unternehmen, mit Geschäftspartnern, Kunden und der Gesellschaft verbindlich regeln. Compliance bedeutet für uns: Wir halten Gesetze und interne Regelungen wie die Verhaltensgrundsätze ein. Dabei verfolgen wir einen Null-Toleranz-Ansatz gegenüber Verstößen, sollte es dazu kommen.


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Rechtmäßiges und verantwortungsvolles Handeln ist für die MTU wichtige Grundlage eines langfristigen wirtschaftlichen Erfolgs. Verhaltensgrundsätze und interne Richtlinien enthalten klare Vorgaben für Mitarbeiter und geben so verlässliche Orientierung.

Compliance ist für unseren Geschäftserfolg und die Zusammenarbeit mit unseren Stakeholdern essentiell. Die MTU agiert als fairer Arbeitgeber, Geschäftspartner und Auftraggeber und setzt auf einen gleichberechtigten und transparenten Wettbewerb. Integrität und verantwortungsvolles Handeln sind zentrale Werte der Unternehmenskultur und durch unsere Verhaltensgrundsätze (MTU Code of Conduct) für alle Mitarbeiter, Führungskräfte und Vorstände verbindlich. In diesen konzernweiten Grundsätzen haben wir für uns wesentliche Themen zusammengefasst, darunter auch zentrale Compliance-Sachverhalte wie Korruptionprävention oder Kartellrecht.

Wesentliche Themen des Verhaltenskodex

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→ Verhaltenskodex der MTU

Jeder Mitarbeiter muss bei seiner Arbeit die gesetzlichen Bestimmungen sowie Bestimmungen aus seinem Arbeitsvertrag und in betrieblichen Regelungen kennen und einhalten. Dabei kommt den Führungskräften eine besondere Verantwortung und Vorbildfunktion zu. Den Anspruch an Rechtskonformität stellen wir auch an unsere Geschäftspartner. Für Lieferanten gilt ein eigener Verhaltenskodex, der Compliance-Themen beinhaltet. → Verhaltenskodex für Lieferanten

Ein übergeordnetes Leitbild („Wir gestalten die Zukunft der Luftfahrt“) ist zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur und unterstützt uns darin, einheitlich und zuverlässig zu agieren. Als Unterzeichner des UN Global Compact (UNGC) haben wir uns verpflichtet, Korruption im Unternehmen zu unterbinden  Prinzip 10 des UNGC. Wir orientieren uns im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensführung am Deutschen Corporate Governance Kodex und an internationalen Compliance-Standards wie den Leitlinien „Good Practice Guidance on Internal Controls, Ethics, and Compliance“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD. Außerhalb des Unternehmens setzen wir uns für die Bekämpfung von Korruption ein und sind neben dem UNGC auch Mitglied der Aerospace and Defense Industries Association of Europe und der Anti-Korruptionsinitiative TRACE International.

Anti-Korruption

Ein Fokus unserer Compliance-Aktivitäten liegt auf der Prävention von Korruption. Die MTU verurteilt Korruption jeglicher Art sowie jede andere Form von Wirtschaftskriminalität. Die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften und internen Richtlinien ist Grundlage für unseren langfristigen wirtschaftlichen Erfolg und stärkt das Vertrauen in die MTU. Neben den konzernweiten Verhaltensgrundsätzen dienen unsere Regelwerke der Korruptionsprävention und regeln insbesondere Kundenevents, Spenden und Sponsoring und den Genehmigungsprozess für Vertriebsberater.

Unser Beitrag zu den SDGs

SDG 16 „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“ aus der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung enthält die Forderung, Korruption und Bestechung in all ihren Formen erheblich zu reduzieren. Mit einem umfassenden Compliance-System setzen wir uns aktiv gegen Korruption und Bestechung ein, minimieren das Risiko und unterstützen einen fairen Wettbewerb. Hierbei nehmen wir auch unsere Lieferanten in die Pflicht. Damit leisten wir als Unternehmen einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Sinne des SDG 16 und unterstützen mit integren und transparenten Geschäftspraktiken ein offenes und fortschrittliches Umfeld, das uns und der Gesellschaft zugutekommt.

Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

→ Erfahren Sie mehr über unseren Beitrag zu den SDGs

   

Compliance verankern

Die MTU verfügt über ein Compliance-System für das gesamte Unternehmen. Der Vorstandsvorsitzende ist als oberster Entscheidungsträger für Geschäftsethik und Anti-Korruptionspolitik verantwortlich. Zentrale Funktionen zur Umsetzung regeltreuen Verhaltens sind ein Compliance Board und ein Compliance Officer. Sowohl das Compliance Board, das mit Mitgliedern der oberen Führungsebene aus verschiedenen Fachbereichen besetzt ist, als auch der Compliance Officer agieren konzernweit. Zu den Aufgaben des Compliance Officers gehören die Prävention, die Ermittlung in Fällen von Wirtschaftskriminalität und die Weiterentwicklung des Compliance-Systems in enger Abstimmung mit dem Compliance Board. Das Compliance Board tagt regelmäßig und zusätzlich im Bedarfsfall auf Einladung des Compliance Officers. Der Compliance Officer berichtet quartalsweise an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats, der wiederum das Plenum des Aufsichtsrats informiert. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht die Compliance-Aktivitäten des Vorstands.

Darüber hinaus müssen die Geschäftsführer der Standorte dafür Sorge tragen, dass in ihrem Verantwortungsbereich alle Compliance-relevanten Regelungen und Vorschriften eingehalten werden und eine angemessene Verankerung von Compliance in der lokalen Organisation gewährleistet ist.

Compliance-Organisation der MTU

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Zentrale Funktionen zur Umsetzung regeltreuen Verhaltens im Unternehmen sind der Compliance Officer und das Compliance Board.

 

Verantwortungsvolle Außenwirtschaft

Ein weiteres wichtiges Compliance-Thema ist für uns die Einhaltung des Außenwirtschaftsrechts (Trade Compliance). Die MTU verfügt über eine eigene Organisationseinheit, um Trade Compliance sicherzustellen. Es sind sorgfältige Prüfpflichten im Unternehmen vorgeschrieben. Die Bestimmungen betreffen weltweit alle Geschäftsbereiche und Gesellschaften des Unternehmens und alle Mitarbeiter. Zoll- und Exportkontrollgesetze regeln, welche Produkte, Dienstleistungen und technische Daten wir wohin, an wen und für welchen Einsatzzweck verkaufen beziehungsweise erbringen dürfen. Die Einhaltung der für uns maßgeblichen außenwirtschaftsrechtlichen Bestimmungen ist in den Verhaltensgrundsätzen verbindlich vorgeschrieben. → Exportkontrollrechtliche Vorgaben sind in der Nichtfinanziellen Erklärung im Geschäftsbericht beschrieben (S. 118-119) 

Die zentrale Fachabteilung Außenwirtschaft sorgt für die Umsetzung der Regelungen mit unternehmensweit einheitlichen Prozessstandards. Diese sehen unter anderem eine Prüfung auf Exportkontrollbestimmungen und auf bestehende Genehmigungspflichten vor Versand von Dokumenten, Software und Bauteilen vor. Dem Bereich Außenwirtschaft ist ein bereichsübergreifendes Fachweisungsrecht eingeräumt, das bis zur Berechtigung reicht, Lieferungen zu stoppen. Der Leiter Außenwirtschaft berichtet direkt an den Vorstand Technik als Ausfuhrverantwortlichen der MTU.

Datenschutz und IT-Security

Wir achten in unserer Geschäftstätigkeit auf einen umfassenden Datenschutz, der in heutigen Zeiten und in Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt stärker an Bedeutung gewinnt. Wir haben ein entsprechendes Managementsystem aufgebaut und erwarten von allen Mitarbeitern, dass sie die Bestimmungen des Datenschutzes einhalten. Dieser Anspruch ist durch die Verhaltensgrundsätze untermauert. Wir haben in allen Konzerngesellschaften Datenschutzbeauftragte oder -koordinatoren bestellt, die in allen relevanten Regelungen unterrichtet sind. Das Ziel sind einheitliche Datenschutz- und Datensicherheitsstandards für den Umgang mit personenbezogenen Daten im gesamten Konzern, die die Anforderungen aus der europäischen Datenschutzgrundverordnung DSGVO und aus der jeweiligen nationalen Gesetzgebung der Standorte erfüllen. Der Vorstand erhält monatlich einen Bericht zum Datenschutz.

Wir setzen uns darüber hinaus intensiv mit dem Thema IT-Security auseinander, da diese eine grundlegende Voraussetzung für unseren Geschäftserfolg ist. Die MTU betreibt ein IT-Security-Management und sorgt mit angemessenen technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen für stabile und sichere IT-Systeme. Dazu gehört auch ein internes Regelwerk, das wir in Anlehnung an die internationale Norm ISO 27001 aufgebaut haben.

Unser Compliance-Management-System greift

Wir wollen Compliance-Verstöße verhindern und integre Geschäftsentscheidungen gewährleisten. Wir tolerieren keinerlei regel- oder rechtswidriges Verhalten, auf Hinweise reagieren wir sofort und angemessen, festgestellte Verstöße ahnden wir konsequent. Diesbezüglich verfolgen wir einen Null-Toleranz-Ansatz. Im Berichtsjahr haben wir weder bestätigte Korruptionsvorfälle noch Korruptionsverdachtsfälle identifiziert. Auch sind keine formellen Hinweise bezüglich Korruption bei uns eingegangen. Darüber hinaus sind keine wesentlichen Bußgelder gegen die MTU aufgrund von Verstößen gegen geltendes Recht verhängt worden. Es waren ebenfalls keine Klagen wegen Korruption oder kartellrechts- bzw. wettbewerbswidrigen Verhaltens anhängig. Beim Datenschutz lagen uns 2019 wie in den Vorjahren keine meldepflichtigen Verstöße vor. Ebenfalls gilt: Es gab keinen wesentlichen Verstoß gegen die grundlegenden Prinzipien des Verhaltenskodex.

Globales Meldesystem

Wir haben ein globales Hinweisgebersystem eingerichtet, in dem der Compliance Officer Anlaufstelle für Mitarbeiter und externe Stakeholder bei unrechtmäßigem Verhalten ist. Hinweise können auch anonym über ein webbasiertes, elektronisches Meldesystem abgegeben werden. Der Compliance Officer steuert bei konkretem Verdacht die erforderlichen Aufklärungsmaßnahmen. Wir informieren die Mitarbeiter in den internen Medien beziehungsweise externe Stakeholder schriftlich oder über das Internet über eingerichtete Meldewege. Eine interne Kommunikationskampagne hat alle Mitarbeiter und Führungskräfte im Berichtsjahr konzernweit an allen Standorten zum neuen Meldeverfahren iTrust informiert. Das Meldesystem ist in verschiedenen Sprachen verfügbar. →  iTrust

Die Identität des Hinweisgebers sowie eingehende Informationen behandeln wir streng vertraulich – auch wenn sich der Hinweis als nicht stichhaltig herausstellen sollte. Das ist über eine interne Regelung gewährleistet. Selbstverständlich haben Hinweisgeber, die in guter Absicht handeln, keine Sanktionen oder Benachteiligungen durch das Unternehmen zu fürchten. Mitarbeiter können sich zudem vertrauensvoll an Führungskräfte, die Rechts- oder Personalabteilung wenden.

500
Mitarbeiter
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Im Berichtsjahr haben wir mehr als 500 Mitarbeiter über alle Hierarchien zu Compliance-Sachverhalten an unseren Standorten geschult.

Mitarbeiter zu Compliance schulen

Wichtig für eine funktionierende Compliance-Kultur sind die Prävention möglichen Fehlverhaltens und die Sensibilisierung der Mitarbeiter zu Compliance-Sachverhalten. Neue Mitarbeiter informieren wir zu Beginn ihrer Beschäftigung über die Verhaltensgrundsätze und verpflichten sie per Unterschrift zur Einhaltung. An allen Standorten thematisieren wir den Code of Conduct in der Einführungsveranstaltung für neue Mitarbeiter. Wir schulen unsere Mitarbeiter und Führungskräfte über alle Hierarchien hinweg regelmäßig zu den Verhaltensgrundsätzen, zur Korruptionsprävention beziehungsweise zum Compliance Management System. Dies gilt insbesondere für neu eingestellte Mitarbeiter. Daneben erfolgen bei Bedarf Compliance-Schulungen für Mitarbeiter ausgewählter Bereiche, zum Beispiel aus dem Vertrieb. Im Berichtsjahr haben wir mehr als 500 Mitarbeiter an allen MTU-Standorten zu Compliance-Sachverhalten geschult. Dazu nutzen wir das E-Learning und Präsenzschulungen. Darüber hinaus informieren und sensibilisieren wir fortlaufend und zielgruppenorientiert zu speziellen Compliance-Themen wie zum Beispiel zum Datenschutz. Außerdem beraten der Compliance Officer und die Rechtsabteilung unsere Mitarbeiter und Führungskräfte bei Bedarf.

Compliance-Risiken eingrenzen

Wir haben verschiedene Kontrollmechanismen installiert, um Compliance im Unternehmen sicherzustellen und Risiken zu minimieren. Im Berichtsjahr wurden alle vollkonsolidierten Standorte auf Korruptionsrisiken hin bewertet und dabei keine wesentlichen Risiken festgestellt. Der Compliance Officer überprüft zusätzlich alle vertriebsunterstützenden Beraterverträge vor Abschluss oder Verlängerung auf mögliche Korruptionsrisiken, so auch 2019. Dabei hat es keine Anhaltspunkte für Korruption gegeben. Potenzielle Berater werden zusätzlich einer Prüfung durch einen unabhängigen externen Dienstleister unterzogen. Die Einheit Corporate Audit überprüft regelmäßig in Compliance-Audits Geschäftsprozesse auf gesetzliche Konformität und auf die Einhaltung interner Richtlinien.

Ausblick

Wir wollen unser Compliance-System kontinuierlich verbessern und unsere Konzernvorschriften stets aktuell halten. Daher evaluieren wir einmal im Jahr, ob Änderungen beziehungsweise Anpassungen erforderlich sind und nutzen dafür vielfältigen Input, zum Beispiel auch Anregungen unserer Mitarbeiter. Folgendes haben wir uns vorgenommen: Wir entwickeln unser Reportingsystem für alle Konzernstandorte weiter und wollen darüber hinaus die Verhaltensgrundsätze und das dazugehörige E-Learning überarbeiten. Für den Bereich Außenwirtschaftsrecht wollen wir 2020 ein neues Trainingskonzept implementieren.

Darüber hinaus soll die Konzerndatenschutzrichtlinie der MTU umfassend überarbeitet werden, um als global tätiges Unternehmen konzernweit ein einheitliches Niveau mit einem weltweit gültigen Standard beim Datenschutz zu schaffen.


Stakeholder-Dialog
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