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Unternehmensführung

Unsere Sorgfaltspflicht

Menschenrechte

Wir achten die Menschenrechte und setzen uns dafür ein, dass sie im Konzern und in der vorgelagerten Wertschöpfungskette eingehalten werden. In unserer Unternehmenskultur ist der Schutz der Menschenrechte mittels verschiedener Instrumente verankert. Über diese Selbstverpflichtung hinaus verfolgen wir das Ziel, Menschenrechtsverletzungen bei der MTU und in der Lieferkette zu verhindern.


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Die MTU sieht es als ihre Pflicht, die Persönlichkeit und Würde jedes Einzelnen zu achten, Chancengleichheit bei der Beschäftigung zu wahren und Diskriminierung zu verhindern. Der Schutz der Menschenrechte ist über die Verhaltensgrundsätze für alle Mitarbeiter gewährleistet.

Die MTU respektiert uneingeschränkt die international anerkannten Menschenrechte in der allgemeinen Erklärung der Vereinten Nationen und ist bestrebt, diese innerhalb ihres Einflussbereichs umzusetzen. Die Einhaltung der Menschenrechte ist für uns ein übergreifendes Thema, das mehrere Bereiche umfasst. Dazu zählen soziale Arbeitsstandards/Arbeitsrechte für Mitarbeiter und ein nachhaltiges Lieferantenmanagement.

Die Erwartungen an Unternehmen in Bezug auf Menschenrechte steigen. Dies zeigen gesetzliche Regulierungen (z.B. der UK Modern Slavery Act) und politische Initiativen wie der Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) der Bundesregierung. Wir sind uns unserer Verantwortung als global agierendes Unternehmen bewusst und wollen unserer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht bestmöglich nachkommen. Wir verfolgen das Ziel, Menschenrechtsverletzungen in der eigenen Geschäftstätigkeit zu verhindern (Null-Toleranz-Ansatz).

  

Unser Beitrag zu den SDGs

Wir sind Unterzeichner des UN Global Compact und unterstützen diese wichtige internationale Initiative, die sich die Einhaltung der Menschenrechte zum Ziel gesetzt hat. Darüber hinaus enthalten die globalen Entwicklungsziele der UN ebenfalls Menschenrechtsgrundsätze. Wir wollen zu diesen SDGs beitragen, indem wir als Unternehmen Menschenrechte achten und fördern und negative Auswirkungen verhindern. Wir unterstützen SDG 5 „Geschlechtergleichheit“ und SDG 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ und sehen unseren Beitrag zur Verwirklichung dieser SDGs vor allem im Rahmen einer verantwortungsvollen Beschäftigungspolitik für unsere Mitarbeiter.

Geschlechtergleichheit
Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

→ Erfahren Sie mehr über unseren Beitrag zu den SDGs

  

Verhaltenskodex für Mitarbeiter und Lieferanten

Die MTU sieht es als ihre Pflicht, die Persönlichkeit und Würde jedes Einzelnen zu achten, Chancengleichheit bei der Beschäftigung zu wahren und Diskriminierung zu verhindern. Der Schutz der Menschenrechte, das Recht auf eine angemessene Vergütung sowie die Anerkennung arbeitsrechtlicher beziehungsweise betriebsverfassungsrechtlicher Vorschriften von Arbeitnehmervertretern oder Gewerkschaften sind über die Verhaltensgrundsätze konzernweit implementiert. Wir wollen als Arbeitgeber faire Arbeitsbedingungen auf der Grundlage rechtskräftiger Arbeitsverträge und einer angemessenen Vergütung schaffen. Dazu zählen auch das Recht auf Vereinigungsfreiheit und der Abschluss von Kollektivvereinbarungen. Die Einhaltung der Verhaltensgrundsätze und ethischer Prinzipien ist als ein Leitsatz in unserem übergeordneten Leitbild verankert. Darüber hinaus gelten je nach Standort gesetzliche Verpflichtungen, die wir erfüllen, in Deutschland zum Beispiel das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das die Diskriminierung von Beschäftigten und Bewerbern verbietet. Mit dem Ziel, Mobbing, sexuelle Belästigung und Diskriminierung zu unterbinden, haben wir hier für Mitarbeiter eine interne, gemeinsam mit Arbeitnehmervertretern beschlossene Richtlinie zu partnerschaftlichem Verhalten eingeführt. In dieser ist ein systematischer Prozess im Beschwerdefall festgelegt.

Neue Mitarbeiter werden bei Beginn der Beschäftigung auf die Verhaltensgrundsätze und in Deutschland zusätzlich auf das AGG hingewiesen und verpflichten sich zur Einhaltung dieser Vorgaben. Darüber hinaus schulen wir regelmäßig über alle Hierarchieebenen und Standorte hinweg zu den Verhaltensgrundsätzen. → Mehr zum MTU-Verhaltenskodex und zu den Schulungen 

Für die vorgelagerte Wertschöpfung greift ein Verhaltenskodex für Lieferanten. Unsere Lieferanten müssen sich zur Einhaltung des Verhaltenskodex verpflichten, der sich an den zehn Prinzipien des UN Global Compact und den Kernarbeitsnormen der International Labour Organisation (ILO) orientiert. Er fordert von Lieferanten die Achtung der Menschenrechte, deren Einhaltung und die Sicherstellung, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen. Darüber hinaus sieht er die Einhaltung von Arbeitsstandards in Bezug auf Vereinigungsfreiheit, das Recht auf Kollektivvereinbarung, das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, die Gleichheit des Entgeltes unabhängig vom Geschlecht und die Gleichbehandlung der Mitarbeiter vor. Wir verpflichten unsere Lieferanten zudem zur Weitergabe der Anforderungen an Sublieferanten und behalten uns ein fristloses Kündigungsrecht aller mit einem Lieferanten bestehender Rechtsgeschäfte für den Fall vor, dass dieser im Herstellungsprozess für seine Lieferungen Kinderarbeit einsetzt. → Mehr zum MTU-Verhaltenskodex für Lieferanten

 

Beschwerdemechanismen

Etablierte Meldeprozesse sollen sicherstellen, dass wir Beschwerden oder Meldungen hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen konsequent verfolgen. Meldungen können sowohl von Mitarbeitern als auch von externen Stakeholdern beim Compliance Officer als vertrauliche Ansprechstelle im Konzern oder anonym über das neue, webbasierte und mehrsprachige Meldesystem iTrust eingereicht werden. Dies gilt für alle Aspekte, die in Zusammenhang mit Menschenrechten stehen können.

Für Mitarbeiter sind ergänzende standortspezifische Meldestellen eingerichtet, über die wir vor Ort informieren. So ist nach gesetzlichen Vorschriften wie dem AGG in Deutschland für Beschwerden in Bezug auf Diskriminierung ein entsprechend geschulter Ansprechpartner am Standort benannt, für Fälle von sexueller Belästigung können sich Mitarbeiterinnen an eine weibliche Kontaktperson wenden. Bei der MTU Maintenance Canada ist nach Maßgabe des kanadischen Rechts ein Employment Equity Committee als Gremium für Beschwerden und Hinweise eingerichtet, ein Employment Equity Officer ist als vertrauliche Kontaktperson benannt. Bei der MTU Aero Engines Polska nimmt eine von Arbeitnehmern gewählte Vertrauensperson diese Aufgabe wahr. Mitarbeiter können sich bei Beschwerden auch an Führungskräfte, den Betriebsrat oder den Personalleiter wenden. Der Vorstand wird bei Verstößen der MTU abhängig von der Schwere der Auswirkungen informiert. Bei begründeten Beschwerden ergreifen wir angemessene Maßnahmen, um Abhilfe zu schaffen. → Mehr zur Zusammenarbeit zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretungen im Kapitel „Die MTU als Arbeitgeber“

Im Berichtsjahr 2019 hat es konzernweit keine begründete Beschwerde nach den an den jeweiligen Standorten geltenden Anti-Diskriminierungsgesetzen gegeben. Darüber hinaus gab es im MTU-Konzern keinen wesentlichen Verstoß gegen grundlegende Prinzipien des Verhaltenskodex. Zudem sind keine Hinweise auf Verstöße von Lieferanten gegen den Verhaltenskodex in Bezug auf Menschenrechte eingegangen.

 

Risikoanalyse

Wir haben keinen Geschäftsstandort identifiziert, bei dem von einem erheblichen Risiko für Kinder-, Zwangs- oder Pflichtarbeit ausgegangen werden muss beziehungsweise bei dem das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen bedroht sein könnte. Die MTU schätzt das Risiko von Menschenrechtsverletzungen für Mitarbeiter an allen Standorten als gering ein, da sie an die jeweilige nationale Gesetzgebung gebunden ist, die die Menschenrechte wahrt, und sie auf deren Einhaltung direkten Einfluss nehmen kann.

In Bezug auf die Lieferkette wenden wir ein Konzept für eine jährliche Risikoanalyse für alle wichtigen Lieferanten der Standorte in Deutschland, Polen und Kanada sowie für die Tochtergesellschaft MTU Aero Engines North America an. Das Konzept berücksichtigt MTU-spezifische Produktgruppen und deren Beschaffungsländer, für die die Bewertung des jährlichen Global Slavery Index der Walk Free Foundation unter anderem hinsichtlich Zwangs- und Kinderarbeit sowie rechtlicher Rahmenbedingungen herangezogen wird. Das Konzept wird getrennt für den OEM- und MRO-Geschäftsbereich angewendet, da der Einkauf über jeweils eigene Organisationseinheiten erfolgt. In diesem Prozess haben wir keinen Lieferanten ermittelt, der ein erhebliches Risiko hinsichtlich Kinder-, Zwangs- oder Pflichtarbeit darstellt oder bei dem das Recht auf Vereinigungsfreiheit oder Tarifverhandlungen bedroht sein könnte. In der Maintenance erfolgt darüber hinaus zweimal im Jahr eine Supplier Evaluation für Lieferanten der deutschen Standorte, die wir künftig um zusätzliche Nachhaltigkeitsaspekte erweitern.

 

Konfliktmineralien

Die Einhaltung der Menschenrechte in der Lieferkette wollen wir mit verschiedenen Maßnahmen sicherstellen. Dies gilt vor allem für den Einkauf bestimmter Rohstoffe, so genannter Konfliktmineralien wie Tantal, Zinn, Wolfram und Gold, die teilweise in unseren Bauteilen enthalten sind. Diese Mineralien können in der Beschaffung problematisch sein, da sie zum Teil in zentralafrikanischen Minen abgebaut werden und zur Finanzierung bewaffneter Konflikte mit Menschenrechtsverletzungen dienen. Die MTU strebt nach einer nachhaltigen und transparenten Wertschöpfungskette ohne Konfliktmineralien. Wir beziehen keine Mineralien direkt, sondern diese gelangen über eine weltweite und mehrstufige Lieferkette in die Produktion beziehungsweise Vorproduktion. Von unseren US-Partnern und Kunden werden wir gemäß dem Dodd-Frank-Act für US-amerikanische, börsennotierte Unternehmen aufgefordert, die Herkunft der eingesetzten Mineralien in unseren Bauteilen offenzulegen beziehungsweise nur bei zertifizierten Minen und Vorlegierungsherstellern (Compliant Smelter List) zu beschaffen. Die MTU fordert ihrerseits die relevanten Lieferanten verbindlich auf, die Herkunft der Mineralien anzugeben, um eine Wertschöpfungskette mit konfliktfreien Rohstoffen sicherzustellen. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Vertragsvorlagen für Lieferanten verlangen Informationen zur Herkunft der Mineralien, die wir gemäß dem EICC/GeSi Conflict Minerals Reporting Template abfragen. Der MTU sind für 2019 keine Hinweise bekannt, die im Widerspruch zu den Anforderungen aus dem Dodd-Frank-Act stehen.

Ausblick

Eine Weiterentwicklung des Konzepts zur Risikoanalyse von Lieferanten ist für 2020 geplant, der Schwerpunkt soll hierbei auf einer differenzierteren Bewertung des Produktrisikos liegen.

Im Jahr 2020 soll das Monitoring für den NAP in Deutschland abgeschlossen werden. Darüber hinaus tritt voraussichtlich 2021 eine neue Regelung der EU zu Konfliktmineralien in Kraft. Wir beobachten diese regulatorischen Entwicklungen zum Thema Menschenrechte, um relevante Vorgaben konform und fristgerecht umzusetzen. → Mehr zu unserem Lieferantenmanagement

 


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