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Wertschöpfung

Klimaschutz im Standortbetrieb

Emissionen

Wir wollen die Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen bei der Entwicklung, Produktion und Instandhaltung in unseren Werken kontinuierlich reduzieren und so einen Beitrag zum globalen Klimaschutz und zur Verbesserung der lokalen Luftqualität leisten. Mit zahlreichen Maßnahmen erzielen wir dabei Fortschritte.


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Wir unterstützen E-Mobility-Lösungen und haben Ladesäulen auf dem Werksgelände installiert und Elektroautos und Hybridfahrzeuge in unseren Fuhrparks. Das wollen wir in Zukunft weiter ausbauen.

Der Einsatz von Energie zur Produktion und Instandhaltung in unseren Werken verursacht Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen und trägt damit zum Klimawandel bei. Daneben fallen treibhauswirksame Emissionen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette an. Der größte Anteil an klimawirksamen Emissionen entsteht während der Nutzung unserer Produkte. CO2- und Schadstoffemissionen der Produkte haben für uns daher eine höhere Relevanz und bilden den Fokus unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Wie wir uns mit einer Technologie-Agenda Ziele für ökoeffiziente Produkte gesetzt haben und emissionsfreies Fliegen anstreben, ist ausführlich dargestellt unter → Klima & Fliegen.

Treibhausgas-Emissionen im Rahmen der Herstellung und Instandhaltung von Triebwerken und Modulen in unseren Werken bewerten wir kontinuierlich nach dem anerkannten, internationalen Standard des Green House Gas (GHG) Protocol. Wir streben an, diese dauerhaft zu reduzieren. Von den Treibhausgasen, die nach dem Kyoto-Protokoll klimawirksam sind, wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O), teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) und Schwefelhexafluorid (SF6), ist für die MTU allein die CO2-Emission wesentlich. Die CO2-Bilanz setzt sich zusammen aus direkten Treibhausgasemissionen (Scope 1), die aus Quellen im Besitz des Unternehmens stammen, und aus indirekten Treibhausgasemissionen (Scope 2), die auf den Verbrauch von zugekauftem elektrischen Strom und Fernwärme zurückgehen. Zum Scope 3 zählen die vor- und nachgelagerten CO2-Emissionen, etwa die der Lieferanten oder aus Dienstreisen und Transporten in der externen Logistikkette.

Unser Beitrag zu den SDGs

Mit der Reduzierung von Treibhausgasen können wir auf das globale Entwicklungsziel SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ einzahlen und unsere Verantwortung als produzierendes Unternehmen gegenüber globalen Herausforderungen wie den Klimawandel wahrnehmen.

Maßnahmen zum Klimaschutz

→ Erfahren Sie mehr über unseren Beitrag zu den SDGs

 

CO2-Emissionen

Die MTU hat 2019 insgesamt 78.800 Tonnen (2018: 76.000) klimawirksames CO2 produziert. Damit verzeichnen wir einen leichten Anstieg der absoluten CO2-Emissionen von 3,7%. Dies geht vor allem auf eine Zunahme der CO2-Emissionen aus Scope 1 an nahezu allen Standorten aufgrund eines höheren Produktionsvolumens zurück. Die Emissionen aus Scope 1 werden im Wesentlichen durch den Einsatz von Erdgas (verantwortlich für 20,1% der Gesamt-CO2-Bilanz) und Kerosin (ebenfalls 20,1%) verursacht; der Energiebedarf an Erdgas ist in erster Linie abhängig vom Produktionsvolumen, die Menge an Kerosin von Art und Dauer der Testläufe auf den Prüfständen. Der größte Anteil an CO2-Emissionen mit 50,8% entfiel auf den Bezug von Strom (Scope 2). Die Scope-2-Emissionen bewegten sich in den vergangenen drei Jahren auf gleichem Niveau. Unsere spezifischen CO2-Emissionen lagen für 2019 bei 168 Kilogramm je Produktionsstunde.

CO2-Emissionen (in Tonnen CO2-Äquivalenten) Scope 1 und 2 GRI 305-1, 305-2

 

2019

2018

2017

Gesamt

78.800

76.000

74.400

Scope 1

38.200

36.500

34.000

Scope 2

40.600

39.500

40.400

nur Produktionsstandorte; Emissionsfaktoren nach dem GHG-Protocol mit standortspezifischen Emissionsfaktoren für Socpe 2, hier berichtete Vorjahreswerte können daher gegenüber früheren Veröffentlichungen abweichen. Angaben zu Emissionsreduzierungen aus dem Klimapakt Münchner Wirtschaft werden nach einem für alle Unternehmen einheitlichen Emissionsfaktor berechnet, der von uns unserem lokalen Emissionsfaktor abweicht.

Am Hauptsitz in München läuft das Programm „Clean Air-Industrial Site (CLAIR-IS)“ noch bis Ende 2020, mit dessen Hilfe wir den CO2-Ausstoß im größten Werk um 25% senken wollen (Basis 1990). Und dies bei einer gleichzeitigen Vervierfachung der Produktion in den vergangenen zehn Jahren. In Summe haben wir bereits rund 448.000 Tonnen CO2 eingespart. Ein neues Umweltprogramm für den Standort München mit definierten Reduktionszielen bis 2022 ist in Vorbereitung.

448.000
Tonnen CO2 eingespart
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Bis Ende 2020 wollen wir unseren
CO2-Ausstoß in unserem
Stammwerk um 25% senken.
Fast eine halbe Million Tonnen
haben wir bereits eingespart.

Beispiele für CO2-Einsparungen 2019

Die MTU ist Mitglied im Klimapakt Münchner Wirtschaft, der unter dem Motto „Mehr Kooperation – mehr Klimaschutz“ 2019 in die zweite Runde gegangen ist. Nach bereits 7.500 Tonnen eingespartem CO2 in der ersten Runde wollen wir bis 2021 noch einmal 5.000 Tonnen vermeiden. Als produzierendes Unternehmen sehen wir uns besonders in der Pflicht. Die Initiative wurde im Rahmen der Hannover Messe 2019 von der Bundesregierung als ein besonders innovatives Energieeffizienz-Netzwerk ausgezeichnet. Darüber hinaus zielt unsere interne Kampagne Zero am Standort München mit verschiedenen Maßnahmen darauf ab, Verbräuche und Emissionen auf ein Minimum zu reduzieren.

Elektrisch fahren

Elektroautos, Hybrid-Fahrzeuge, E-Ladesäulen - wir setzen verstärkt auf E-Mobilität, wenn es um den MTU-Transport geht, und unterstützen auch die Mitarbeiter bei einem nachhaltigeren Weg zur Arbeit. Wir wollen sowohl den Anteil an elektrisch betriebenen Fahrzeugen bei den MTU-Autos steigern, als auch mehr E-Ladesäulen auf dem Werksgelände an den Standorten installieren.

Um die Klimawirkung unseres Unternehmens für Stakeholder noch transparenter zu machen, nehmen wir am jährlichen Rating der internationalen Non-Profit-Organisation CDP teil, die einmal im Jahr Daten zu Treibhausgasemissionen, Klimarisiken und -strategien von Unternehmen erhebt. Hierbei wollen wir unsere klimabezogenen Informationen zu unserem CO2-Footprint weiter verbessern und setzen uns derzeit auch damit auseinander, künftig nach den Empfehlungen der vom Finanzstabilitätsrat gegründeten Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) geschäftsrelevante Klimarisiken und –chancen offenzulegen. Unsere Position zu den Empfehlungen der TCFD haben wir hier dargestellt.

Elektromobilität bei der MTU

Auch die Transport- und Logistikkette beziehen wir in den Klimaschutz ein. Maßnahmen sind optimierte Wege im innerbetrieblichen Transport oder der Einsatz von Fahrzeugen mit besserer Umweltbilanz oder Elektromotor, um den Flottenverbrauch zu verringern. Wir reduzieren den CO2-Ausstoß beispielsweise mit einer Emissionsobergrenze für unsere Dienstfahrzeuge oder über Elektroautos im Fuhrpark. Wir haben deutschlandweit acht vollelektrische und zwei Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge im Einsatz, das entspricht derzeit einem Anteil von 6%. Wir rechnen für 2020 mit einer Steigerung auf mindestens 10%. Insgesamt haben wir acht Normal-Ladesäulen installiert, einige davon auch auf unseren Mitarbeiterparkplätzen. Bis 2022 wollen wir das Netz auf bis zu 15 Ladesäulen für MTU- und Mitarbeiterfahrzeuge erhöhen und dann auch Schnell-Ladesäulen anbieten. Darüber hinaus fördern wir eine nachhaltige Mobilität der Mitarbeiter auf dem Weg von und zur Arbeit mit vergünstigten Job-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr oder Web-Portalen für Fahrgemeinschaften. Am Standort München mit seinen 5.527 Mitarbeitern haben wir 2019 im Rahmen unserer Kampagne Zero eine Mobilitätsbefragung zur Nutzung der Verkehrsmittel und zu nachhaltigen Alternativen durchgeführt. Die Ergebnisse der Umfrage prüfen wir derzeit auf ihre Umsetzungsmöglichkeiten.

Die Emissionen aus der Transport- und Logistikkette (ohne Dienstfahrzeuge des Unternehmens) fallen unter Scope 3, den wir noch nicht vollständig darstellen können. Die Höhe der CO2-Emissionen aus Dienstreisen (Flug- und Bahnverkehr sowie Mietwagen) lag für 2019 bei 6.900 Tonnen.

CO2-Emissionen (in Tonnen CO2-Äquivalenten) Scope 3 aus Dienstreisen GRI 305-3

 

2019

2018

2017

Gesamt

6.900

6.600

6.700

Emissionen je Mitarbeiter

0,8

0,9

0,9

2017-2018: nur Deutschland und Kanada, 2019: Deutschland, Niederlande und Kanada (die absoluten Emissionen daher nicht vergleichbar mit Vorjahreswerten); Emissionsfaktoren nach dem GHG-Protocol, hier berichtete historische Werte können daher gegenüber früheren Veröffentlichungen abweichen.

Luftemissionen

Die von uns eingesetzten Energieträger verursachen neben CO2-Emissionen weitere Emissionen in die Luft. Die Verwendung von Kerosin, Erdgas, Strom und Fernwärme aus fossilen Brennstoffen führt zum Ausstoß von Kohlenmonoxid, Stickoxiden, Schwefeldioxid und Staub. Diese Emissionen wollen wir ebenfalls reduzieren. Das neue BHKW am Standort München beispielsweise verursacht bei der Erzeugung von Strom und Wärme 80% weniger Stickoxide und 66% weniger Kohlenmonoxid als die Vorgängeranlage. Die absoluten Emissionen umfassten 2019 insgesamt 266 Tonnen und lagen damit produktionsbedingt über dem Niveau des Vorjahres (+9%), den größten Anteil haben dabei Stickoxide, die vor allem aus dem Einsatz von Kerosin für Prüfstandsläufe resultieren.

Luftemissionen (in Tonnen) Scope 1 und 2 GRI 305-7

 

2019

2018

2017

Gesamt

266

244

243

Kohlenmonoxid (CO)

42

38

40

Stickoxid (NO X angegeben als NO 2 )

184

167

162

Schwefeldioxid (SO X angegeben als SO 2 )

36

35

36

Feinpartikel (Staub)

4

4

5

nur Produktionsstandorte; Daten wurden für den o.g. Zeitraum neu erfasst, im Zuge dessen sind Emissionsfaktoren z.T. berichtigt worden.

 

Ausblick

Wir haben 2019 an mehreren Standorten Analysen zu neuen Klimaschutzkonzepten durchgeführt, deren Auswertungen aktuell noch laufen. Eine mögliche Umsetzung auf Standort- oder Konzernebene ist daher noch offen. Konzernweit ist auch der Einsatz von so genannten Sustainable Aviation Fuels denkbar, also nachhaltigen, klimaneutralen Kraftstoffen für Prüfläufe an unseren Testständen. Dies prüfen wir laufend unter wirtschaftlichen, technischen und zulassungstechnischen Gesichtspunkten.


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