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Mitarbeiter und Gesellschaft

Ein hohes Schutzniveau gewährleisten

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Unsere Mitarbeiter sollen bei der MTU in einem sicheren und gesunden Umfeld arbeiten. Das entspricht nicht nur unserer sozialen Verantwortung, sondern ist auch für unseren Unternehmenserfolg wichtig. Hohe Arbeitssicherheitsstandards und ein betriebliches Gesundheitsmanagement bilden die Grundlage für eine leistungsfähige Belegschaft. Unser präventives Arbeitssicherheitskonzept und die Angebote zur Mitarbeitergesundheit entwickeln wir kontinuierlich weiter. Auch für 2019 haben wir wieder ein hohes Schutzniveau erreicht, dass deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt.


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Wir wollen Beeinträchtigungen der Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter vermeiden. Dazu treffen wir zahlreiche Vorkehrungen wie die Ausstattung mit persönlicher Schutzausrüstung.

Arbeitssicherheit hat in der MTU einen sehr hohen Stellenwert. In den konzernweiten Verhaltensgrundsätzen ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter als ein Grundsatz der sozialen Verantwortung verankert. Die Einhaltung nationaler gesetzlicher Vorgaben ist für alle unsere Ländergesellschaften in den Verhaltensgrundsätzen als verbindliches Mindestmaß vorgegeben. Darüber hinaus haben wir in einer internen Norm standortübergreifend gültige Rahmenbedingungen, Regeln und Kennzahlendefinitionen festgelegt. Es erfolgt ein Reporting konzernweit an den Vorstand einmal im Quartal. Arbeitssicherheit ist bei uns dezentral organisiert, das heißt die Umsetzung erfolgt lokal am Standort, um sie auf die Anforderungen und Bedürfnisse vor Ort abzustimmen. An den Produktionsstätten sind die Standortleiter für Arbeitssicherheit verantwortlich, auf Managementebene sind Verantwortliche für den Arbeitsschutz benannt. Lokale Fachabteilungen setzen Arbeitssicherheitsbelange standortspezifisch um und berichten regelmäßig an das verantwortliche Management. An den Produktionsstandorten in Deutschland, Polen und Kanada arbeiten lokal organisierte Arbeitsschutzausschüsse, an denen Arbeitnehmervertreter beteiligt sind.

Unser Beitrag zu den SDGs

Das SDG 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ aus der Agenda 2030 der UN fordert als ein Unterziel von Unternehmen und Organisationen, sichere Arbeitsumgebungen für alle Mitarbeiter zu fördern. Wir haben dieses SDG als relevant für die MTU eingestuft, da wir mit hohen Arbeitssicherheitsstandards und einer fortwährenden Präventionsarbeit im Unternehmen direkt zu seiner Verwirklichung beitragen können.

Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

→ Erfahren Sie mehr zu unserem Beitrag zu den SDGs

Der Arbeitsschutz ist Teil unserer IMS-Politik (IMS steht für ein integriertes Managementsystem) und wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. An den europäischen Produktionsstandorten enthält eine für alle Mitarbeiter verbindliche Arbeitsordnung wichtige Sicherheitsregeln zur Unfallverhütung, zum Brandschutz und zum Verhalten bei Arbeits- und Wegeunfällen. Die Arbeitsschutzmanagementsysteme sind an den deutschen Standorten extern zertifiziert - nach dem international gültigen Standard OHSAS18001 (Occupational Health and Safety Assessment Series) oder bereits nach der neuen Norm ISO 45001 für Arbeitssicherheit und betriebliches Gesundheitsmanagement → Aktuelle Zertifizierungen der MTU. 83,8% der Arbeitsplätze entsprechen damit einem externen Standard, alle Arbeitsplätze im Unternehmen sind Teil unseres IMS mit dem Grundsatz „Sicherheit hat Vorrang bei unserem Handeln“. Das schließt die Arbeitsplätze von Leiharbeitnehmern ein.

4,4
Unfälle je 1.000 Mitarbeiter 
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Weit besser als der Branchendurchschnitt: Die Zahl der meldepflichtigen Unfälle lag in der MTU mit 4,4 je 1.000 Mitarbeiter 2019 deutlich unter dem Wert der metallverarbeitenden Industrie mit 34 Unfällen je 1.000 Mitarbeiter.

Wir wollen Beeinträchtigungen der Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter oder Dritter vermeiden. Dafür untersuchen wir Arbeitsplätze regelmäßig auf Risiken und Gefährdungen für den Mitarbeiter. Im Bedarfsfall ergreifen wir Maßnahmen, mit denen wir mögliche Belastungen ausschließen oder zumindest auf ein Minimum reduzieren. Das gilt auch für Arbeitsplätze von Leiharbeitnehmern im Unternehmen. Mit dem Ziel, Unfälle zu verhindern und die Zahl der Unfälle dauerhaft zu reduzieren, erfassen die Arbeitssicherheitsspezialisten vor Ort alle Unfälle nach einheitlichen Kategorien und analysieren diese gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeitern/Leiharbeitnehmern und deren Führungskräften. Ergibt die Auswertung benennbare Schwerpunkte hinsichtlich der Unfallursachen, erhöhen wir die Sicherheitsvorkehrungen mit zusätzlichen Maßnahmen. Beinahe-Unfälle werden an allen Produktionsstandorten erfasst und ausgewertet. Wir motivieren die Belegschaft, unsichere Situationen zu melden. Eine regelmäßige Sicherheitsunterweisung ist konzernweit für alle Mitarbeiter und Leiharbeitnehmer verpflichtend vorgeschrieben. Wir schulen alle Mitarbeiter und Leiharbeitnehmer zu Beginn ihrer Tätigkeit bei uns zu Sicherheits- und Gesundheitsaspekten im MTU-Arbeitsleben. Darüber hinaus erhalten Führungskräfte entsprechende Pflicht- und Wiederholungsschulungen im Arbeitsschutz. Ausgebildete Ersthelfer sind benannt und müssen alle zwei Jahre ein Auffrischungsseminar belegen. Darüber hinaus leisten die Fachabteilungen kontinuierliche Präventionsarbeit vor Ort durch Schulungen und Informationen.

  

Wir erreichen ein hohes Schutzniveau

Konzernweit hohe Standards in der Arbeitssicherheit haben wir uns als ein jährliches Unternehmensziel auch für 2019 gesetzt. Zudem sind unfallfreie und belastungsarme Arbeitsplätze ein Element unserer IMS-Politik. Für jeden Standort ist darüber hinaus jedes Jahr eine maximale Toleranzschwelle für meldepflichtige Arbeitsunfälle der Kategorie 4 (Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen) festgelegt, die zwischen 0 und 10 reichte. An zwei Produktionsstandorten haben wir diese Schwelle leider nicht einhalten können. Die Zahl der meldepflichtigen Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen lag 2019 für den gesamten Konzern bei 47 und damit über dem Niveau des Vorjahres von 42 Unfällen. Mit Ausnahme des Standorts in Polen sind an allen Produktionsstandorten für das zurückliegende Geschäftsjahr mehr Unfälle zu verzeichnen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass wir unternehmensweit mehr Mitarbeiter beschäftigt haben als zuvor. Die konzernweite Unfallrate lag wie im Vorjahr auf einem niedrigen Stand, 2019 bei 4,4 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000 Mitarbeiter (2018: 4,3). Damit haben wir ein hohes Schutzniveau erreicht – gemessen am Branchendurchschnitt für die Metallindustrie in Deutschland (BG Holz und Metall, Daten für 2018) von 34 Unfällen pro 1.000 Mitarbeiter. Tödliche Arbeitsunfälle hat es wie in den Vorjahren auch 2019 nicht gegeben. Wir erfassen und analysieren darüber hinaus Unfälle von Leiharbeitnehmern auf unserem Werksgelände. Hier können wir einen Rückgang der Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen von 7 (2018) auf 4 (2019) verzeichnen. Die Unfallrate (Tausend-Mann-Quote) hat sich in der Folge von 5,5 auf 3,6 verringert.

Arbeitssicherheit GRI 403-9

 

2019

2018

2017

Meldepflichtige Arbeitsunfälle (mehr als 3 Ausfalltage)

47

42

33

Nicht-meldepflichtige Arbeitsunfälle (1-3 Ausfalltage)

32

37

35

Nicht-meldepflichtige Arbeitsunfälle (mit ärztlicher Versorgung)

21

12

20

Tödliche Arbeitssunfälle

0

0

0

Ausfalltage nach meldepflichtigem Unfall

1.226

922

486

Unfallrate je 1.000 Mitarbeiter

4,4

4,3

3,7

Arbeitsunfälle Leiharbeitnehmer

4

7

14

Tödliche Arbeitsunfälle Leiharbeitnehmer

0

0

0

Unfallstatistik bezogen auf Gesamtbelegschaft der vollkonsolidierten Standorte inkl. Auszubildenden, Praktikanten, Diplomanden, Doktoranden, Studenten oder Ferienbeschäftigten, befristet Beschäftigten und geringfügig Beschäftigten. Arbeitsunfälle beinhalten keine Wegeunfälle. Der Unfalltag zählt als Ausfalltag nicht mit.

Der hohe Anstieg der unfallbedingten Ausfalltage liegt - bei einer insgesamt geringen Zahl meldepflichtiger Arbeitsunfälle im Konzern - in Einzelereignissen mit besonders langer Abwesenheit begründet. Die Unfallanalysen zeigen auch für 2019 ein insgesamt sehr hohes technisches und organisatorisches Sicherheitsniveau bei Maschinen und Anlagen im Unternehmen, die Unfallursachen entstehen daher weniger im Maschinen- und Anlagenbetrieb, sondern häufig verhaltensbedingt.

Wir entwickeln die Sicherheitskultur ständig weiter

Proaktive Maßnahmen leiten wir aus regelmäßigen Gefährdungsbeurteilungen, Regelbegehungen von Arbeitsplätzen und Audits in der Produktion und Verwaltung ab. Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt weiterhin darauf, sicherheitsbewusstes Arbeiten zu fördern und so die Sicherheitskultur ständig weiterzuentwickeln. Dazu zählen zum Beispiel regelmäßige Sensibilisierungskampagnen an den Standorten, in München etwa zum Gabelstaplerverkehr auf dem Werksgelände oder in Hannover zur Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung. Zudem haben wir 2019 einen stärkeren Fokus sowohl auf Ergonomie am Arbeitsplatz mit besserer Ausstattung als auch auf eine noch geringere Staubbelastung gelegt.

Wir haben alle Gabelstapler in unserem Münchner Werk mit so genannten Blue Spots ausgerüstet - so werden sie von Fußgängern rechtzeitig gesehen. Robotergestützte Entgratarbeitsplätze sind nicht nur ergonomischer - im Zuge der Neugestaltung haben wir sie auch mit modernsten Absaugeeinrichtungen ausgestattet, so dass die Mitarbeiter keine Schutzmasken mehr tragen müssen.

Ausblick

Aufgrund höherer Ausfalltage am Standort München wollen wir eine neue Arbeitssicherheitskampagne starten und die Mitarbeiter im Produktionsbereich verstärkt zu sicherem Verhalten am Arbeitsplatz sensibilisieren. In Hannover haben wir mit individuellen Coachings von Meistern in der Werkstatt begonnen, um sie darin zu unterstützen, sicherheitsgerechtes Verhalten ihrer Mitarbeiter zu fördern. Diese Maßnahme führen wir in den Bürobereichen fort.

Darüber hinaus überarbeiten wir derzeit unser Reporting zu Arbeitssicherheitsvorfällen an den Vorstand, um dem Thema noch mehr Aufmerksamkeit auf Managementebene zu ermöglichen. Zudem werden wir das Unfallreporting zu Leiharbeitnehmern an allen Standorten konsistent dem MTU-Standard anpassen.

Gesundheitsmanagement

Gesundheit ist ein zentraler Erfolgsfaktor, wenn es darum geht, die unternehmerischen Herausforderungen zu meistern. Denn nur gesunde und damit motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter halten die MTU im Wettbewerb gut positioniert. Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer digitalisierten Arbeitswelt wollen wir im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) Gesundheit stärker in unsere Prozesse und Strukturen integrieren. Insbesondere gewinnt das Ergonomiemanagement an den deutschen Standorten seit Jahren an Bedeutung. In der Folge nehmen wir die Arbeitsplätze in der Fertigung stärker in den Fokus und implementieren ergonomische Maßnahmen in Industrie-4.0-Prozessen.

In Deutschland haben wir unsere Mitarbeiter erneut zu den Angeboten des BGM befragt. Die Rückmeldungen zeigen, dass wir mit unserer Informationskampagne „Mensch im Mittelpunkt“ von 2018 und 2019 die Angebote zur Mitarbeitergesundheit bekannter machen konnten. Zudem gaben mehr Mitarbeiter im Vergleich zur vorangegangenen Befragung an, die Angebote genutzt zu haben (47% der 2.500 Teilnehmer).

Die Gesundheitsquote für den Berichtszeitraum war in Deutschland mit 94,4% auf einem vergleichbaren Niveau zum Vorjahr.

Gesundheitsquote

 

2019

2018

2017

Deutschland

 94,4%

 94,6%

 94,6%

Zum festen Angebot zählt an den deutschen Standorten ein Gesundheitsservice, der die Arbeitsmedizin und - sofern ein Betriebsarzt vor Ort ist - die Notfallmedizin abdeckt, und für die allgemeine Prävention zuständig ist. Dieser steht allen Mitarbeitern und Leiharbeitnehmern offen. Die Sozialberatung unterstützt Mitarbeiter und Leiharbeitnehmer in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit und in Fragen zur psychischen Gesundheit. Zudem verfügen alle deutschen Standorte über ergänzende interne und externe Funktionen. So beraten interne Fallmanager im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements, um Mitarbeitern, die beispielsweise nach längerer Krankheit oder einem Unfall zurück in den Job kommen, bestmögliche Unterstützung zu gewährleisten. Externe Dienstleister bieten ein umfangreiches Leistungspaket rund um Familienangelegenheiten. Ergänzend dazu gibt es ein eigenes Gesundheitsstudio oder kooperierende Fitnessstudios, Physiotherapie, Ergonomie-Schulungen und Vibrationstraining in Arbeitsplatznähe.

Auch unseren Mitarbeitern außerhalb Deutschlands stehen feste Gesundheitsangebote zur Verfügung. In Vancouver/Kanada haben Mitarbeiter Zugang zu einem freien „Employee Assistance Program“ mit zahlreichen Optionen wie Beratungsleistungen für medizinische Kosten, bei Fragestellungen zur psychischen Gesundheit, bei familiären oder persönlichen Problemen oder zur gesundheitsfördernden Ausstattung des Arbeitsplatzes. Die MTU Aero Engines North America bietet ihren Mitarbeitern Health & Welfare Benefits an, darunter Lohnfortzahlungen bei krankheits- oder unfallbedingten Abwesenheiten. Dazu gehört auch eine individuelle berufliche Wiedereingliederung in den Job. Am Standort in Rzeszów/Polen gehören Leistungen wie eine ärztliche Betreuung durch einen einmal in der Woche anwesenden Arzt, psychologische Unterstützung bei Bedarf oder eine Sportclub-Karte zum Basisangebot.

Informationen zur Coronavirus-Pandemie

Dieser Nachhaltigkeitsbericht für das zurückliegende Geschäftsjahr 2019 erscheint, während die Welt gegen die Coronavirus-Pandemie kämpft. Die Situation für Menschen und Unternehmen ist heute eine andere, als sie es noch im vergangenen Jahr war, über das wir hier berichten. Die MTU leistet einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie und hat zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Belegschaft zu schützen. Auch möchten wir in diesen Zeiten unserer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen. Mehr dazu finden Sie hier.


Die MTU als Arbeitgeber
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