Mitarbeiter:innen und Gesellschaft

Unsere Mitarbeiter:innen ausreichend schützen

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Unsere Mitarbeiter:innen sollen bei der MTU in einem sicheren und gesunden Umfeld arbeiten. Das entspricht nicht nur grundsätzlich unserer sozialen Verantwortung, sondern war gerade im vergangenen Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie enorm wichtig. Daher stand für uns neben der Vermeidung von Arbeitsunfällen auch der Schutz unserer Mitarbeiter:innen vor Infektionen und eine aktive Eindämmung der Pandemie im Fokus.


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Sichere Arbeitsumgebungen sind uns ein großes Anliegen. Daher stellen wir unseren Mitarbeiter:innen persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung und sensibilisieren regelmäßig für deren Nutzung.

Arbeitssicherheit hat in der MTU einen sehr hohen Stellenwert. In den konzernweiten Verhaltensgrundsätzen ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter:innen als ein Grundsatz der sozialen Verantwortung verankert. Die Einhaltung nationaler gesetzlicher Vorgaben ist für alle unsere Ländergesellschaften in den Verhaltensgrundsätzen als verbindliches Mindestmaß vorgegeben. Darüber hinaus haben wir in einer internen Norm standortübergreifend gültige Rahmenbedingungen, Regeln und Kennzahlendefinitionen festgelegt. Es erfolgt ein Reporting konzernweit an den Vorstand einmal im Quartal zu Arbeitsunfällen. Arbeitssicherheit ist bei uns dezentral organisiert, das heißt die Umsetzung erfolgt lokal am Standort, um sie auf die Anforderungen und Bedürfnisse vor Ort abzustimmen. An den Produktionsstätten sind die Standortleiter für Arbeitssicherheit verantwortlich, auf Managementebene sind Verantwortliche für den Arbeitsschutz benannt. Lokale Fachabteilungen setzen Arbeitssicherheitsbelange standortspezifisch um und berichten regelmäßig an das verantwortliche Management. An den Produktionsstandorten in Deutschland, Polen und Kanada arbeiten lokal organisierte Arbeitsschutzausschüsse, an denen Arbeitnehmervertreter:innen beteiligt sind.

 

Unser Beitrag zu SDG 8

Das SDG 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ fordert als ein Unterziel, sichere Arbeitsumgebungen für alle Beschäftigten zu fördern. Wir können mit hohen Arbeitssicherheitsstandards und einer fortwährenden Präventionsarbeit direkt zur Verwirklichung des SDGs beitragen. Dies ist uns auch 2020 gelungen: Mit einem umfassenden Infektionsschutz am Arbeitsplatz und niedrigen Unfallzahlen. Die konzernweite Unfallrate lag bei 2,1 Unfällen je 1.000 Mitarbeiter:innen (für Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen).

Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

→ Erfahren Sie mehr zu unserem Beitrag zu den SDGs aus der UN-Agenda 2030

Der Arbeitsschutz ist Teil unserer IMS-Politik (IMS steht für ein integriertes Managementsystem) und wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. An den europäischen Produktionsstandorten enthält eine für alle Mitarbeiter:innen verbindliche Arbeitsordnung wichtige Sicherheitsregeln zur Unfallverhütung, zum Brandschutz und zum Verhalten bei Arbeits- und Wegeunfällen. Die Arbeitsschutzmanagementsysteme sind an den deutschen Standorten extern nach der neuen Norm ISO 45001 für Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zertifiziert, die OHSAS 18001 abgelöst hat → Aktuelle Zertifizierungen der MTU. 84,4% der Arbeitsplätze entsprechen damit einem externen Standard, alle Arbeitsplätze im Unternehmen sind Teil unseres IMS mit dem Grundsatz „Sicherheit hat Vorrang bei unserem Handeln“. Das schließt die Arbeitsplätze von Leiharbeitskräften ein.

2,1
Unfälle je 1.000 Mitarbeiter:innen
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Weit besser als die Branche: Die Zahl der meldepflichtigen Unfälle lag in der MTU mit 2,1 je 1.000 Mitarbeiter:innen 2020 erneut deutlich unter dem Wert der metallverarbeitenden Industrie von 33 Unfällen.

Wir wollen Beeinträchtigungen der Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter:innen oder Dritter vermeiden. Abgesehen von aktuellen, pandemiebedingten Maßnahmen zum Infektionsschutz untersuchen wir Arbeitsplätze regelmäßig auf Risiken und Gefährdungen für Mitarbeiter:innen. Im Bedarfsfall ergreifen wir Maßnahmen, mit denen wir mögliche Belastungen ausschließen oder zumindest auf ein Minimum reduzieren. Das gilt auch für Arbeitsplätze von Leiharbeitnehmer:innen im Unternehmen. Mit dem Ziel, Unfälle zu verhindern und die Zahl der Unfälle dauerhaft zu reduzieren, erfassen die Arbeitssicherheitsverantwortlichen vor Ort alle Unfälle nach einheitlichen Kategorien und analysieren diese gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeiter:innen/Leiharbeitnehmer:innen und deren Führungskräften. Ergibt die Auswertung benennbare Schwerpunkte hinsichtlich der Unfallursachen, erhöhen wir die Sicherheitsvorkehrungen mit zusätzlichen Maßnahmen. Beinahe-Unfälle werden an allen Produktionsstandorten erfasst und ausgewertet. Wir motivieren die Belegschaft, unsichere Situationen zu melden. Eine regelmäßige Sicherheitsunterweisung ist konzernweit für alle Mitarbeiter:innen verpflichtend vorgeschrieben. Wir schulen alle Mitarbeiter:innen zu Beginn ihrer Tätigkeit zu Sicherheits- und Gesundheitsaspekten im MTU-Arbeitsleben. Darüber hinaus erhalten Führungskräfte entsprechende Pflicht- und Wiederholungsschulungen im Arbeitsschutz. Ausgebildete Ersthelfer:innen sind benannt und müssen alle zwei Jahre ein Auffrischungsseminar belegen. Darüber hinaus leisten die Fachabteilungen kontinuierliche Präventionsarbeit vor Ort durch Schulungen und Informationen. Im Berichtsjahr erfolgten die Trainings, soweit dies möglich war, virtuell. Leiharbeitnehmer:innen beziehen wir im gleichen Maße in den Arbeitsschutz ein wie festangestellte Mitarbeiter:innen.

Sichere Arbeitsplätze - geschützte Mitarbeiter:innen

Unfallfreie und belastungsarme Arbeitsplätze sind ein Element unserer IMS-Politik. Für jeden Standort ist jedes Jahr eine maximale Toleranzschwelle für meldepflichtige Arbeitsunfälle der Kategorie 4 (Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen, keine Wegeunfälle) festgelegt, die 2020 zwischen null und zehn je nach Standort reichte. Wir haben an nur einem von fünf Produktionsstandorten diese Schwelle leider nicht einhalten können. Die Zahl der meldepflichtigen Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen lag 2020 für den gesamten Konzern bei 22 und damit weit unter dem Niveau des Vorjahres von 47 Unfällen. Ausschlaggebend hierfür war nicht allein die geringere Präsenz der Mitarbeiter:innen vor Ort. Wirkung zeigte ebenso der Fokus der Präventionsmaßnahmen in der Fertigung, Gefährdungen weiter zu entschärfen oder für das Tragen persönlicher Schutzausrüstung zu sensibilisieren. Wir haben bereichsspezifische Arbeitsschutzprogramme umgesetzt und in der Fertigung einen monatlichen Aktionsplan zu wechselnden Themen realisiert. Die konzernweite Unfallrate hat sich infolgedessen von 4,4 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000 Mitarbeiter:innen im Vorjahr auf 2,1 für das Jahr 2020 verringert. Damit haben wir erneut ein hohes Schutzniveau erreicht – gemessen am Branchendurchschnitt für die Metallindustrie in Deutschland (BG Holz und Metall, Daten für 2019) von 33 Unfällen. Tödliche Arbeitsunfälle hat es wie in den Vorjahren auch 2020 nicht gegeben. Wir erfassen und analysieren darüber hinaus Unfälle von Leiharbeitnehmer:innen auf unserem Werksgelände und haben für 2020 keinen Unfall der Kategorie 4 zu verzeichnen. 

Arbeitsunfälle und Ausfalltage GRI 403-9

 

2020

2019

2018

Meldepflichtige Arbeitsunfälle (Kategorie 4, mehr als 3 Ausfalltage)

22

47

42

Nicht-meldepflichtige Arbeitsunfälle (Kategorie 3, 1-3 Ausfalltage)

28

32

37

Nicht-meldepflichtige Arbeitsunfälle (Kategorie 2, mit ärztlicher Versorgung)

29

21

12

Tödliche Arbeitssunfälle (Kategorie 5)

0

0

0

Ausfalltage nach meldepflichtigem Unfall (Kategorie 3+4)

679

1.226

922

Unfallrate je 1.000 Mitarbeiter:innen (Kategorie 4)

2,1

4,4

4,3

Arbeitsunfälle Leiharbeitnehmer:innen (Kategorie 4)

0

4

7

Tödliche Arbeitsunfälle Leiharbeitnehmer:innen (Kategorie 5)

0

0

0

Unfallstatistik bezogen auf Gesamtbelegschaft der vollkonsolidierten Standorte inkl. Auszubildende, Praktikant:innen, Diplomand:innen, Doktorand:innen, Student:innen oder Ferienbeschäftigten, befristet Beschäftigten und geringfügig Beschäftigten. Arbeitsunfälle beinhalten keine Wegeunfälle. Der Unfalltag zählt als Ausfalltag nicht mit.

Infolge der geringeren Zahl an Arbeitsunfällen, die Ausfälle zur Folge hatten (Unfälle der Kategorie 3 und 4), haben sich auch die Ausfalltage der Mitarbeiter:innen insgesamt reduziert -  um knapp die Hälfte auf 679 Tage (2019: 1.226).

Durch proaktive Maßnahmen die Sicherheit erhöhen

Proaktive Maßnahmen leiten wir aus regelmäßigen Gefährdungsbeurteilungen, Regelbegehungen von Arbeitsplätzen und Audits in der Produktion und Verwaltung ab, die 2020 unverändert erfolgt sind. Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt weiterhin darauf, sicherheitsbewusstes Arbeiten zu fördern und so die Sicherheitskultur ständig weiterzuentwickeln. Dazu zählt zum Beispiel die Arbeitssicherheitskampagne am Standort München unter dem Motto „Safety First! Sicher arbeiten - gesund nach Hause kommen". Zudem setzen wir bei Sicherheitsunterweisungen aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation verstärkt auf E-Learning und Videoformate, um zu Risiken zu sensibilisieren, und haben im vergangenen Jahr einen stärkeren Fokus auf Ergonomie gelegt.

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Mit der Aufstellung von Hinweisschildern zur Arbeitssicherheit auf dem Werksgelände wollen wir die Aufmerksamkeit der Belegschaft schärfen. Inzwischen werden dort über einen Ticker auch die unfallfreien Tage und die Zahl der Unfälle angezeigt.

 

Gesundheitsschutz kam 2020 eine besondere Bedeutung zu

Wir haben an allen Standorten umfangreiche Maßnahmen für den Gesundheitsschutz unserer Mitarbeiter:innen während der Coronavirus-Pandemie getroffen. Sie sind technischer und organisatorischer Art und gelten sowohl für Arbeitsplätze als auch Abläufe im Arbeitsalltag. Wir wollen unsere Mitarbeiter:innen bestmöglich vor Infektionen schützen und das Infektionsrisiko, soweit es geht, minimieren. Ziel ist es, eine Ansteckung im Arbeitsalltag zu verhindern. Dafür haben wir Leitlinien erarbeitet, die für alle Mitarbeiter:innen verpflichtend sind. Die Belegschaft haben wir umgehend zu den neuen Regelungen unterwiesen. Diese waren immer analog zu den öffentlichen Maßnahmen und mindestens auf dem behördlich vorgegebenem Niveau, oftmals auch strenger.

Wir setzen verstärkt auf mobiles Arbeiten, virtuelle Konferenzen und abwechselnde Präsenz im Büro, um die Anwesenheit vor Ort zu begrenzen. Innerhalb kürzester Zeit konnten rund 45% der Belegschaft weltweit von zu Hause aus arbeiten. Auf Dienstreisen haben wir bereits früh ab März 2020 weitestgehend verzichtet. Auf dem Werksgelände sollen Hygienemaßnahmen wie verstärkte Reinigung von Kontaktflächen oder die Ausgabe von Desinfektionsmitteln helfen, die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Für nicht vermeidbare Präsenzmeetings in kleiner Gruppe, Aufenthaltsräume und Kantinen haben wir Abstands- und Hygiene-Regelungen erlassen, die strikt zu befolgen sind. Das Tragen von Schutzmasken ist insbesondere in Gebäuden außerhalb des eigenen Arbeitsplatzes verpflichtend und überall dort, wo ein Mindestabstand von zwei Metern, zum Beispiel in der Fertigung, nicht einzuhalten ist. Die MTU stellt hierfür die Masken - seit 2021 FFP2-Masken - bereit. Falls erforderlich, werden arbeitsplatzbezogene Maßnahmen bzw. individuelle Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter:innen ergriffen, die zu Risikogruppen zählen. Als Arbeitgeber unterstützt die MTU die Bemühungen, durch vermehrtes Testen unerkannte Infektionen sichtbar zu machen und damit Infektionsketten zu unterbrechen. Selbsttests ergänzen inzwischen die bestehenden Schutz- und Hygienemaßnahmen. Zudem bereiten wir uns auf eine Impfung in der MTU vor.

Mit einer umfassenden Kommunikationskampagne informieren wir unternehmensintern fortlaufend über wichtige Änderungen und Abläufe, sensibilisieren hinsichtlich Infektionsrisiken und appellieren an die Eigenverantwortung, zum Beispiel über eine flächendeckende Poster-Aktion. Die unternehmensweiten Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter:innen initiiert der Krisenstab der MTU, in dem unterschiedliche Funktionen des Unternehmens vertreten sind. Zudem stellt er die Abstimmung über alle deutschen Standorte hinweg sicher. Mit unserer neuen PulsCheck-Befragung zur aktuellen Stimmungslage haben wir 2020 die Beschäftigten auch um Rückmeldung zu unseren Corona-Schutzauflagen gebeten. Das Ergebnis fiel mit einem Indexwert von 82 sehr positiv aus - die Mitarbeiter:innen fühlten sich in der Mehrheit ausreichend geschützt.

Reguläre Gesundheitsangebote

Das Gesundheitsmanagement umfasst zudem feste Angebote, wozu an den deutschen Standorten ein Gesundheitsservice zählt, der die Arbeitsmedizin und - sofern ein Betriebsarzt oder eine -ärztin vor Ort ist - die Notfallmedizin abdeckt, und für die allgemeine Prävention zuständig ist. Dieser Service steht allen Mitarbeiter:innen und Leiharbeitskräften offen. Für 2020 haben wir unseren Mitarbeiter:innen erneut das Angebot gemacht, sich in der MTU gegen Grippe impfen zu lassen, um die Ausbreitung der Grippe in Corona-Zeiten zu minimieren.

Die Sozialberatung unterstützt Mitarbeiter:innen und Leiharbeitskräfte in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit und in Fragen zur psychischen Gesundheit. Zudem verfügen alle deutschen Standorte über ergänzende interne und externe Funktionen. So beraten interne Fallmanager:innen im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements, um Mitarbeiter:innen, die beispielsweise nach längerer Krankheit oder einem Unfall zurück in den Job kommen, bestmögliche Unterstützung zu gewährleisten. Externe Dienstleister bieten ein umfangreiches Leistungspaket rund um Familienangelegenheiten. Ergänzend dazu gibt es ein eigenes Gesundheitsstudio oder kooperierende Fitnessstudios, Physiotherapie, Ergonomie-Schulungen und Vibrationstraining in Arbeitsplatznähe - 2020 sofern die Pandemiebedingungen dies zuließen.

Gesundheitsquote

 

2020

2019

2018

Deutschland

 94,8%

 94,4%

 94,6%

Auch unseren Mitarbeiter:innen außerhalb Deutschlands stehen feste Gesundheitsangebote zur Verfügung. In Vancouver/Kanada haben Mitarbeiter:innen Zugang zu einem freien „Employee Assistance Program“ mit zahlreichen Optionen wie Beratungsleistungen für medizinische Kosten, bei Fragestellungen zur psychischen Gesundheit, bei familiären oder persönlichen Problemen oder zur gesundheitsfördernden Ausstattung des Arbeitsplatzes. Die MTU Aero Engines North America bietet ihren Mitarbeiter:innen Health & Welfare Benefits in Form von verschiedenen Gesundheitsversicherungen oder eine individuelle berufliche Wiedereingliederung in den Job nach längerer Auszeit. Am Standort in Rzeszów/Polen gehören Leistungen wie eine ärztliche Betreuung durch einen einmal in der Woche anwesenden Arzt oder bei Bedarf psychologische Unterstützung zum Angebot.


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