Nachhaltigkeitsbericht 2020

Einführung

Vorwort des Vorstandsvorsitzenden

portrait

Reiner Winkler

Vorsitzender des Vorstands
MTU Aero Engines AG

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

erneuerbare Energien sind weiter auf dem Vormarsch, der globale Ausbau der Kapazitäten schreitet voran. Mehr als 80% des Zuwachses an Stromkapazitäten 2020 stammten laut der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) aus regenerativen Quellen - ein Rekord. Nicht zuletzt dies markiert den Einstieg in ein neues Jahrzehnt der grünen Energie und deutet auf den notwendigen Weg der Dekarbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft hin. Auch wir stellen die Weichen für eine grüne Zukunft der Luftfahrt und der MTU. Und dies in einer Zeit, die für uns alle große Herausforderungen und Anstrengungen mit sich bringt. Die Krise, in der wir uns aufgrund der Coronavirus-Pandemie befinden, hat deutlich gemacht, wie wichtig entschlossenes und verantwortungsvolles Handeln ist. Wir sollten sie zugleich als Chance für einen Wandel begreifen. Und genau das machen wir.

Im vergangenen Jahr haben wir mit den Vorbereitungen für unsere ecoRoadmap begonnen, mit der die MTU langfristig CO2-neutral werden soll. Das Projekt haben wir vor einigen Monaten gestartet und wollen im ersten Schritt unseren größten Produktionsstandort in München ab Ende 2021 klimaneutral betreiben. Effizienzverbesserungen, Emissionsreduzierungen und hochwertige Kompensationen sollen uns dahin bringen. Sichtbar wird das auf dem Dach unseres Logistikzentrums. Dort haben wir unsere erste Photovoltaik-Anlage installiert, mit der wir eigene grüne Energie erzeugen. Auch an weiteren Produktionsstandorten prüfen wir einen Einsatz. Langfristig sollen dann alle unsere Produktionsstandorte CO2-neutral sein, um das Ziel aus dem Pariser Klimaabkommen, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius bis 2050 zu begrenzen, zu unterstützen.

„Wir arbeiten mit unserer Clean Air Engine Agenda in der Produktentwicklung schon länger an der Klimawende für die Luftfahrt. Emissionsfreies Fliegen, diese Vision treibt uns an. Es ist ein langfristiges Ziel im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen."

Im Standortbetrieb setzen wir mit der ecoRoadmap das um, woran wir mit unserer Clean Air Engine Agenda in der Produktentwicklung schon länger arbeiten: die Klimawende für die Luftfahrt. Emissionsfreies Fliegen - diese Vision treibt uns an. Es ist ein langfristiges Ziel, ebenfalls im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen. Auch hier haben wir 2020 Fortschritte gemacht. Wir setzen zum Beispiel auf das Konzept der wasserstoffbetriebenen Brennstoffzelle und haben ein eigenes Entwicklungsteam gegründet. Es arbeitet intensiv an den Vorbereitungen für den Erstflug eines Prototypen, mit dem wir in den nächsten Jahren rechnen. Daneben verfolgen wir das Konzept eines Antriebs, der mit Hilfe eines Wärmetauschers die Energie aus dem Abgasstrahl des Triebwerks nutzt und für die Langstrecke geeignet wäre. Aus unserer Sicht sind Sustainable Aviation Fuels ebenso unerlässlich für eine grüne Zukunft der Luftfahrt, also alternative Kraftstoffe, mit denen sich klimawirksame Emissionen bereits mit den bestehenden Infrastrukturen und Triebwerksarchitekturen reduzieren lassen.

„Von großer Bedeutung waren 2020 zudem die Arbeitssicherheit und das Gesundheitsmanagement, um unsere Mitarbeiter:innen ausreichend vor Infektionen zu schützen. Wir haben umfassende Maßnahmen ergriffen, mit denen wir zur Bekämpfung der Corona-Pandemie beitragen."

Mutige, kreative und innovative Ideen entstehen in einem Umfeld, das motiviert, inspiriert, anerkennt und respektiert. Wir setzen verstärkt auf Diversity, denn gerade in Zeiten des Wandels sind Vielfalt und Integration entscheidende Faktoren für erfolgreiche und nachhaltige Veränderungen. Von großer Bedeutung waren 2020 zudem die Arbeitssicherheit und das Gesundheitsmanagement, um unsere Mitarbeiter:innen ausreichend vor Infektionen zu schützen. Wir haben umfassende Maßnahmen ergriffen, mit denen wir zur Bekämpfung der Corona-Pandemie beitragen. Die Pandemie hat uns allen die Dringlichkeit der Digitalisierung vor Augen geführt. An dieser Aufgabe arbeiten wir ebenfalls mit Nachdruck – für Produkte, Produktion und neue Formen der Zusammenarbeit innerhalb der MTU.

Verantwortung zeigen wir auch für die Lieferkette. Wir messen der Einhaltung der Menschenrechte in der Vorproduktion unserer Bauteile bei Lieferanten einen hohen Stellenwert bei. Um unserer Sorgfaltspflicht nachzukommen, führen wir Risikoanalysen von Lieferanten durch. Diese Analysen haben  wir weiterentwickelt, um mögliche Risiken noch besser einschätzen zu können, und wollen sie noch weiter in unsere Prozesse integrieren. Auch eine stärkere Prüfung der Einhaltung von Nachhaltigkeitsaspekten bei unseren Lieferanten ist in Planung.

„Wir wollen uns stärker mittel- bis langfristige Ziele über die gesamte MTU setzen. Auch meine Vorstandskollegen und ich lassen uns stärker an Nachhaltigkeit messen."

Alle angesprochenen Themen sind eingebettet in eine Nachhaltigkeitsstrategie, die wir gerade weiterentwickeln, um uns stärker mittel- bis langfristige Ziele über die gesamte MTU zu setzen. Auch meine Vorstandskollegen und ich lassen uns stärker an Nachhaltigkeit messen. Ab dem Geschäftsjahr 2021 fließen nichtfinanzielle Kennzahlen in die variable Vergütung der MTU-Vorstandsmitglieder ein.

2030 ist das Jahr, in denen die Sustainable Development Goals der UN erreicht sein sollen und zu denen wir mit unserem Nachhaltigkeitsengagement beitragen wollen. Darüber hinaus stehen wir seit 2011 zu den zehn Prinzipien des UN Global Compact. Grundlage integrer Geschäfts- und Arbeitsbeziehungen sind intern ein Compliance-Managementsystem und verpflichtende Verhaltensgrundsätze für alle Mitarbeiter:innen und Führungskräfte.

Bis jetzt sind wir gut durch die Krise gekommen. Wir freuen uns insbesondere, dass es bislang zu keinem Corona-Hotspot bei der MTU gekommen ist. Aus meiner Sicht und nach den Rückmeldungen der Führungskräfte und Mitarbeiter:innen zu urteilen erleben wir einen guten Zusammenhalt im Unternehmen. Wir haben zum Beispiel einen von Führungskräften, Vorstand und Aufsichtsrat finanzierten Solidarfonds eingerichtet für Mitarbeiter:innen, die von Härtefällen durch Kurzarbeit betroffen sind.

„Die Transformation kann aus unserer Sicht nur als gesamtgesellschaftliche Anstrengung gelingen und in einem  Schulterschluss zwischen Forschung, Industrie und Politik."

Wir sind als Unternehmen und als Gesellschaft mitten im Wandel. Eine nachhaltige Mobilität – für uns das emissionsfreie Fliegen - ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Die Transformation kann aus unserer Sicht nur als gesamtgesellschaftliche Anstrengung gelingen und in einem  Schulterschluss zwischen Forschung, Industrie und Politik. Wir wollen ganz klar unseren Beitrag leisten und Verantwortung übernehmen – wie, das erfahren Sie in diesem Nachhaltigkeitsbericht.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und spannende Filmeinblicke, denn unsere Mitarbeiter:innen erzählen in Videos im Bericht selbst von ihren Projekten und Ideen. Und nutzen Sie die neue Möglichkeit, uns direkt Feedback zu geben. Wir freuen uns auf einen konstruktiven Austausch mit Ihnen!

Ihr

Reiner Winkler
Vorsitzender des Vorstands

MTU Aero Engines AG


Services & Tools


Nachhaltigkeitsbericht 2020
Back to Top
Das Unternehmen MTU
Feedback
X