Produkt

Produktqualität und Flugsicherheit

Safety first – Ein sicherer Flugbetrieb ist für uns weit mehr als nur eine gesetzliche Forderung. Der Anspruch hat in der Luftfahrt grundsätzlich oberste Priorität. Daher stellen wir hohe Anforderungen an Sicherheit und Qualität - für zuverlässige und qualitativ hochwertige Produkte made by MTU.


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Nachhaltige/r Produktion und Konsum

Für die MTU haben Produktqualität und Flugsicherheit eine sehr große Bedeutung. Eine hohe Qualität sowie die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Produkte sind in unserem Leitbild als wichtige Unternehmensziele festgehalten. Die Qualitätsvision 2025 der MTU zielt ebenfalls auf eine fehlerfreie Qualität und die Sicherheit der Produkte im Flug sowie eine hohe Kundenzufriedenheit ab. Unsere Vision ist Zero Defects, dabei stehen wir für ein zukunftsfähiges Qualitätsmanagement.

Eine hohe Produktqualität und -sicherheit tragen entscheidend zur Zufriedenheit unserer Kunden und zu unserer Wettbewerbsfähigkeit bei. „Wir steigern die Zufriedenheit unserer Stakeholder“ lautet daher eines unserer übergeordneten Unternehmensziele.  Es wurde bei den Unterzielen für 2023 dahingehend konkretisiert, dass die MTU dies als attraktiver Partner mit hoher Performance und Qualität der Produkte und Dienstleistungen unter Beweis stellt.

Managementsystem für Qualität mit Vorbildfunktion

In der Luftfahrt sind die Rahmenbedingungen stark reguliert und die MTU muss als Entwicklungs-, Herstellungs- und Instandhaltungsbetrieb von Erzeugnissen, Teilen und Ausrüstungen für die Luftfahrt gesetzliche Anforderungen strikt erfüllen. Ein konzernweites integriertes Managementsystem (IMS) dient dazu, dass regulatorische Vorgaben sowie interne Regelungen eingehalten werden und die Zuständigkeiten im Unternehmen klar geregelt sind. Ein Grundsatz der IMS-Politik lautet: „Sicherheit hat Vorrang bei unserem Handeln.“ Das Regelwerk ist für alle Mitarbeiter:innen und Führungskräfte verbindlich und konzernweit in einem Managementhandbuch verankert. Das Center, Corporate Quality, ist direkt der Vorständin Dr. Silke Maurer, Chief Operating Officer (COO), unterstellt und berichtet quartalsweise an den Gesamtvorstand zu Qualitätsaspekten und Flugvorfällen. Ein MTU Safety Management nach dem Standard der International Civil Aviation Organization (ICAO) ist Teil des IMS und legt den Umgang mit sicherheitsrelevanten Ereignissen in den MTU-Werken und im Flugverkehr fest. Dazu gehören auch entsprechende Organisationsstrukturen und Verantwortlichkeiten wie ein Flugsicherheitsgremium oder ein:e Flugsicherheitsmanager:in.

Unser zertifiziertes integriertes Managementsystem (IMS) unterstützt die Kundenzufriedenheit, Prozessorientierung und ständige Verbesserung in allen Phasen der Entwicklung, Herstellung und Instandhaltung. Es berücksichtigt beispielsweise die Anforderungen aus den Normen ISO9001, EN/AS9100, ISO 14001/EMAS und ISO 45001 und hat in der Luftfahrt Vorbildfunktion.

Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben unterliegt der strengen Überwachung durch die zuständigen Behörden. Dazu gehören luftfahrtrechtliche Zulassungen, Genehmigungen und Zertifizierungen sowie gesetzliche Sicherheits- und Umweltvorschriften der Zulassungsbehörden. Mit hohen Qualitätsstandards stellen wir die gesetzeskonforme Umsetzung im gesamten Unternehmen und über alle Stufen unserer Wertschöpfung sicher. Regelmäßige interne und externe Audits durch Kunden und Behörden zu Qualitätssachverhalten dienen dazu, die Einhaltung einheitlicher Standards und die Konformität mit den regulativen Vorgaben nachzuweisen.

Sicherheit über den Lebenszyklus

Wir bewerten unsere Antriebsmodule über ihren Lebenszyklus – Entwicklung, Produktion und Betrieb – auf ihre Auswirkungen auf Umwelt, Gesundheit und Sicherheit. Wir decken damit alle wesentlichen Stadien eines Produktlebens ab. Maßgeblich für einen kontinuierlichen Fortschritt ist die Entwicklungsphase. In der Produktentwicklung berücksichtigen wir alle gesetzlichen Sicherheits- und Umweltvorschriften der Zulassungsbehörden für die spätere Nutzung neuer Triebwerke und weisen deren Einhaltung im Rahmen der Zertifizierung nach. Mit einem umfangreichen Erprobungsprogramm validieren wir mit Hilfe von Versuchsaufbauten und Testreihen den sicheren Flugbetrieb unserer Produkte. Dazu zählen zum Beispiel ein sicherer Betrieb bei Hagel oder Vogelschlag (infolge des versehentlichen Einsaugens eines Vogels ins Triebwerk) und die Einhaltung strikter Grenzwerte für Schadstoff- und Lärmemissionen. MTU-Komponenten gehen häufig über die Anforderungen der Luftfahrtbehörden hinaus, da unsere Kunden hohe Standards hinsichtlich Ausfallsicherheit und Ökoeffizienz fordern.

Wir verwenden nur einwandfreie und klar identifizierte Bauteile, die von den zuständigen Luftfahrtbehörden zugelassen sind und auf genehmigten Entwicklungsunterlagen basieren und in Übereinstimmung mit luftfahrtrechtlichen Regeln von dafür behördlich genehmigten Betrieben hergestellt oder instandgehalten wurden.

Eine der branchenspezifischen Vorgaben ist die lückenlose Dokumentation der sogenannten Lufttüchtigkeit von Bauteilen und Triebwerken über die gesamte Lebensdauer. Wir geben diese Anforderungen an unsere Lieferanten weiter und überprüfen die Einhaltung in regelmäßigen Audits. Für die Einhaltung der Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen haben wir umfassende Prüf- und Monitoringprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette etabliert. Sicherheitskritische Bauteile (Triebwerksteile sind in verschiedene Sicherheitsklassen eingestuft) werden auf ihre technische Qualität hin besonders intensiv geprüft. Strenge Anforderungen gelten auch für Werkstoffe. Fehlerfreie Werkstoffe sind eine Grundvoraussetzung für die Sicherheit im Luftverkehr, alle eingesetzten Materialien müssen von den Luftfahrtbehörden zugelassen sein und durchlaufen vorab umfangreiche Testreihen.

Wir haben für 2023 keinen Compliance-Vorstoß gegen Rechtsvorschriften oder interne Richtlinien hinsichtlich Auswirkungen unserer Produkte und Dienstleistungen auf Gesundheit oder Sicherheit zu verzeichnen, der ein Bußgeld, eine Sanktion oder eine Mahnung zur Folge gehabt hätte.

Kontinuierliche Überwachung der Qualität

Als ein Indikator für die Zufriedenheit unserer Kunden in Bezug auf die Qualität der MTU-Produkte erachten wir die Kundenreklamationen. Wir verfolgen und analysieren alle bei uns eingehenden Kundenreklamationen hinsichtlich fehlerhafter Qualität der ausgelieferten Produkte. In der Folge werden geeignete Maßnahmen definiert und umgesetzt, um die Fehlerursachen dauerhaft zu beheben. Der Erfolg der Maßnahmen wird eng überwacht. Die Auswertung der Kundenreklamation erfolgt auf Standortebene. Für die Mehrzahl der Standorte war die Zahl der Kundenreklamationen im Berichtsjahr rückläufig bzw. konstant.

Getriebefan-Flottenmanagementplan

Im Jahresverlauf 2023 stellte sich heraus, dass die Lebensdauer von Bauteilen im Anteil des Programmpartners Pratt & Whitney unter Umständen beeinträchtigt sein kann. Grund dafür ist ein seltener Zustand des zur Herstellung verwendeten Pulvermetalls. Dies erfordert ein umfangreiches Inspektionsprogramm für Getriebefan-Triebwerke vom Typ PW1100G-JM. In den kommenden Jahren sind dafür 600 bis 700 zusätzliche Shopvisits notwendig, um die entsprechenden Bauteile zu untersuchen und bei Bedarf präventiv zu ersetzen.

Weiterentwicklung des Safety Management Systems gestartet

Das Qualitätswesen der MTU, seine Standards und Regelwerke entwickeln wir kontinuierlich weiter. Dafür nutzen wir Impulse zum Beispiel aus der Mitarbeit in der AESQ (Aero Engine Supplier Quality Group), einem internationalen Qualitätsgremium der Triebwerksindustrie oder aus dem regelmäßigen Erfahrungs- und Informationsaustausch unserer Qualitätsmanager:innen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung betrifft in erster Linie das Regelwerk und interne Qualitätsreporting. 

In unseren hohen Qualitätsanspruch beziehen wir alle Mitarbeiter:innen ein. Führungskräfte und Mitarbeiter:innen erhalten standortspezifisch Schulungen zu Qualitätssachverhalten. Alle Mitarbeiter:innen werden zum IMS geschult. Darüber hinaus setzen wir uns in der MTU für eine positive Fehlerkultur ein, die von Offenheit und Kooperation geprägt ist, und sensibilisieren und schulen dazu kontinuierlich.

Im Berichtsjahr hat die MTU mit der Weiterentwicklung des Safety Management Systems vor dem Hintergrund neuer Regulierungsvorgaben der europäischen Flugaufsichtsbehörde begonnen. Ein neues Schulungskonzept mit webbasierten Pflichtschulungen für alle Mitarbeiter:innen und vertiefenden Trainings für das MTU-Safety-Personal wurde im ersten Schritt für die deutschen Standorte ausgerollt. Zusätzlich hat sich der Quality Day 2023 im Rahmen der Passion-for-Quality-Initiative dem Thema Flugsicherheit und Safety Management System gewidmet. Auch die Implementierung der branchenweiten, neuen Standards AS13100, die in der AESQ gemeinsam entwickelt wurden, ist 2023 weiter vorangeschritten. Diese müssen im Regelwerk und in der praktischen Anwendung für die MTU und ihre Lieferanten umgesetzt werden. Die MTU wirkt zudem an einer neuen Ausgabe der Standards mit, in die erste Lessons learned einfließen sollen. 


Stakeholder-Dialog
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