Wertschöpfung

Rohstoffe verantwortungsvoll einsetzen

Ressourcenschutz

Wenn Antriebsmodule oder Triebwerke in unseren Werken entstehen oder in unseren Maintenance-Shops instandgehalten werden, arbeiten wir dabei so ressourcenschonend wie möglich. Mit energie- und rohstoffeffizienten Prozessen wollen wir den Verbrauch knapper Ressourcen minimieren und Treibhausgas-Emissionen reduzieren und so einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten.


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Unsere Produktionsstandorte wie hier unser Maintenance-Werk in Ludwigsfelde bei Berlin setzen auf ressourcenschonende Verfahrensweisen, die energie- und materialeffizient und sorgsam im Umgang mit Wasser und Abfällen sind. 

Mit Hilfe unseres Umweltmanagementsystems wollen wir eine ressourcenschonende Produktion weiter vorantreiben und die Energieeffizienz in der Herstellung unserer Produkte und Instandhaltung von Triebwerken und Modulen sukzessive verbessern. Das Ziel ist eine hocheffiziente Produktion und Instandhaltung mit möglichst geringem Ressourcenverbrauch. Rohstoffe, Wasser und Energie verwenden wir sparsam und setzen künftig stärker auf regenerative Energiequellen. Einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen geben wir für alle Mitarbeiter:innen als Leitlinie über unsere Verhaltensgrundsätze und unser Unternehmensleitbild vor. Der Einsatz von Ressourcen ist abhängig von den Stückzahlen in der Produktion und Instandhaltung. Das zurückliegende Geschäftsjahr war von der globalen Coronavirus-Pandemie geprägt, die geringere Produktionsvolumen und Auslastungen in den Werken zur Folge hatte.

 

Unser Beitrag zu SDG 9, 12 und 13

Mit ressourcenschonenden Prozessen unterstützen wir SDG 9 „Industrie, Innovation, Infrastruktur“ und SDG 12 „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“. SDG 9 fordert als ein Unterziel eine nachhaltige Industrie mit effizienterem Ressourceneinsatz und einer vermehrten Nutzung umweltverträglicher Technologien und Industrieprozesse. Mit unserem nachhaltigen Abfallmanagement können wir insbesondere zum SDG 12 beitragen, das dazu auffordert, das globale Abfallaufkommen bis 2030 deutlich zu reduzieren. Alle Maßnahmen zum Ressourcenschutz und zur Senkung des Energiebedarfs und vor allem der Einsatz erneuerbarer Energien kommen letztlich auch SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ zu Gute.

Industrie, Innovation und Infrastruktur
Nachhaltige/r Konsum/Produktion
Maßnahmen zum Klimaschutz

→ Erfahren Sie mehr über unseren Beitrag zu den SDGs aus der UN-Agenda 2030

 

Energiemanagement

Die MTU setzt auf einen Mix aus erneuerbaren und nicht-erneuerbaren Energien und wählt Energieressourcen nach Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und ökologischen Gesichtspunkten aus. An nicht-erneuerbarer Primärenergie nutzen wir Erdgas und den Flugkraftstoff Kerosin sowie zu einem sehr geringen Teil Diesel und Heizöl (zusammen weniger als 1,5%). In München erzeugen wir Strom und Wärme mithilfe eines Blockheizkraftwerks (BHKW). Blockheizkraftwerke arbeiten im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken deutlich effizienter und schadstoffärmer. Zudem setzen wir beim BHKW auf Biomethan. Der Standort Hannover nutzt Sonnenenergie mit Hilfe einer Solarthermie-Anlage und ein BHKW aus drei Mikrogasturbinen zur Erzeugung von Strom und Wärme. Eine höhere Energieeffizienz erreichen wir zudem dadurch, dass wir die bei der Drucklufterzeugung entstehende Abwärme als Heizenergie weiternutzen (Verbundprinzip).

Highlight der Maßnahmen 2020 war die Investition in eine stärkere Nutzung regenerativer Energien. Hierzu haben wir mit dem Aufbau einer Photovoltaik-Anlage in München begonnen, die 2021 ans Netz geht. Mit der Anlage will die MTU einen Teil ihres Stroms selbst erzeugen – bis 240.000 Kilowattstunden jährlich etwa und dadurch rund 60 Tonnen CO2 im Jahr einsparen. Auch für weitere Standorte sind Anlagen in Planung bzw. in der Prüfung.

Eingesetzte Energieträger 2020
Scope 1 und 2 (Verbrauch in GWh; Anteil in %)
GRI 302-1

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nur Produktionsstandorte

 

Maßnahmen für eine energieeffiziente Produktion/Instandhaltung

 

Energieverbrauch 2020

Unser Energiebedarf für Scope 1 (direkter Energieverbrauch) lag 2020 bei 176,9 Gigawattstunden (GWh) gegenüber 164,9 GWh 2019 (+7,3%). Bei Scope 1 handelt es sich im Wesentlichen um die Energieträger Erdgas und Kerosin. Erdgas wird vor allem in der Fertigung, zum Heizen und für den Prüfstandsbetrieb eingesetzt. Der höhere Energiebezug für Scope 1 ist auf ein höheres Erdgasvolumen zurückzuführen, da der Wärmeverbrauch aufgrund neuer Fertigungshallen und anderer Belüftung (teilweise bis kompletter Frischluftbetrieb aufgrund von Corona-Vorbeugemaßnahmen) zugenommen hat. Kerosin wird als Treibstoff für Tests von Triebwerken auf dem Prüfstand verwendet, der Verbrauch ist abhängig vom Umfang der Testläufe und der Größe der Triebwerke. Auf die Art und Dauer der Prüfläufe hat die MTU keinen Einfluss. In der Instandhaltung wie auch bei neu produzierten Antrieben müssen alle Triebwerke aus Sicherheitsgründen und zum Nachweis der Performance vor der Auslieferung einen Testlauf absolvieren. Hier war der Verbrauch 2020 geringer aufgrund eines reduzierten Testspektrums. Im Rahmen unserer Digitalisierungsstrategie treiben wir zudem den verstärkten Einsatz von Simulationen in der Entwicklung und Fertigung voran, um Entwicklungstests für neue Triebwerke zu reduzieren – mehrere Projekte laufen hierzu im Bereich Entwicklung & Technologie. Dies stellt einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz dar. An erneuerbarer Energie haben wir 17,7 GWh Biomethan für unser BHKW eingesetzt (2019: 20,8), was einem Anteil von 10% am direkten Energiebedarf entspricht.

70
Vier-Personen-Haushalte
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Deren Stromverbrauch entspricht in etwa der Menge, die wir mit unserer neuen Photovoltaik-Anlage auf dem Münchner Werksgelände jährlich selbst erzeugen können. Ab 2021 speisen wir den grünen Strom ins MTU-Netz ein. 

An Fremd-Energie (Scope 2) haben wir 2020 insgesamt 116,0 GWh bezogen, auslastungsbedingt und aufgrund verstärkten mobilen Arbeitens rund 10,8% weniger als im Vorjahr (2020: 130,0 GWh). Die zugekaufte Energie ist mit einem Anteil von 94,8% im Wesentlichen Strom. Der eingekaufte Strom enthält in unterschiedlichem Maße Anteile regenerativer Quellen. Die von der MTU Maintenance Canada bezogene Elektrizität stammt aus Wasserkraftwerken und daher zu 100% aus erneuerbaren Quellen (Dies entspricht einem Anteil von 2,5% an Scope 2). Wir wollen im Rahmen unserer ecoRoadmap den Bezug von ausschließlich regenerativ erzeugtem Grünstrom in Zukunft sukzessive erhöhen. Mehr zur ecoRoadmap auf dem Weg zur Klimaneutralität im Standortbetrieb unter Emissionen

Energieversorgung Scope 1 und 2 (in GWh) GRI 302-1

 

2020

2019

2018

Gesamt

292,9

294,9

288,0

Direkter Energieverbrauch: Erdgas, Kerosin, sonstige = Scope 1

176,9

164,9

162,4

Indirekter Energieverbrauch: Strom, Fernwärme = Scope 2

116,0

130,0

125,6

in Scope 1 enthalten: nicht-fossile Energieträger = Biomethan

17,7

20,8

18,1

nur Produktionsstandorte, Scope-1--Energieverbrauch für 2019 gegenüber früheren Veröffentlichungen um eine Doppelzählung bereinigt

Der gesamte Energiebedarf für Scope 1 und 2 lag 2020 bei 292,9 GWh und damit auf dem Niveau des Vorjahres (-0,7%). Mit einem systematischen Energiemanagement steuern wir vor allem den Verbrauch der Hauptenergieträger Strom und Erdgas und setzen Verbesserungen um. 

Unsere Fortschritte beim Energiemanagement 2020

Let's talk about! Im Gespräch mit der Leiterin des Projektes ecoFacility bei der MTU Aero Engines Polska

→ Diesen Film finden Sie unter https://youtu.be/tYZD4OHRcqc

 

Wasser

Wasser ist eine wertvolle Ressource, die wir sparsam einsetzen. An allen Produktionsstandorten haben wir ein effektives Wassermanagement im Einsatz. Auch unsere Wasserverbräuche schwanken abhängig vom Produktionsvolumen. Gemäß dem Vorsorgeprinzip im Umweltschutz erfolgt die Einleitung von Abwasser fachgerecht und gemäß den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen. Im Konzern verfolgen wir unter anderem das Ziel, den Wasserverbrauch zu reduzieren (absolute Verminderung) beziehungsweise bei erhöhter Produktion schwächer steigen zu lassen (relative Verminderung). In ein verbessertes Abwassermanagement haben wir 2020 rund 0,6 Mio. Euro investiert.

Unsere vollkonsolidierten Produktionsstandorte liegen in Deutschland, Polen und Kanada und daher nach dem Aqueduct Water Risk Atlas des World Ressource Institute nicht in Wasserstressgebieten (Wasserrisiko-Einstufung für die Länder:  Low oder Low/Medium). Wasserstressgebiete sind Regionen, in denen Wasser eine knappe Ressource ist. Wir beobachten die Entwicklung der Wasserverfügbarkeit in den Regionen, in denen wir tätig sind, um über eventuelle zusätzliche Maßnahmen zu entscheiden.

Unser Wasserverbrauch

Wir nutzen Trinkwasser für Produktions- und Instandhaltungsprozesse sowie in Sanitäranlagen und in der Kantine. Darüber hinaus setzen wir Brunnenwasser für Kühlprozesse ein. Den Wasserverbrauch erfassen wir lokal als absolute Größe. Die Wasserentnahme lag für alle Produktionsstandorte bei rund 8,3 Mio. Kubikmeter (2019: 9,7 Mio. m3). Der geringere Wasserbezug geht vor allem auf weniger gefördertes Grundwasser am Standort München zurück (wir nutzen hier quartäres Grundwasser aus eigenen Förderbrunnen). Das bezogene Wasser stammte wie im Vorjahr zu 97,9% aus Grundwasser und nur zu 2,1% aus der kommunalen Trinkwasserversorgung. Der Einsatz von Brunnenwasser trägt zum Umwelt- und Klimaschutz bei, da auf stromintensive Kühlverfahren wie Kompressor-Kälteanlagen verzichtet werden kann.

Für chemische Prozessbäder zum Auftragen von Schaufelschutzschichten und für Prozesswasser in Anlagen zur Prüfung von Bauteilbeschädigungen nutzen wir möglichst viel Wasser mehrfach in Kreisläufen. Dank dieser Wiederverwendung muss nur eine geringe Abwassermenge vor der Einleitung in die städtische Kanalisation aufbereitet werden. Im Berichtsjahr haben wir auf diese Weise rund 675.200 m3 Wasser gespart. Auch für die chemische Reinigung von Triebwerksteilen nutzen wir kreislaufgeführtes Wasser. Zu unserem nachhaltigen Wassermanagement gehört auch eine systematische Überprüfung und Sanierung des Brunnenwasser- und Abwasserkanalnetzes.

Wasserbilanz (in m 3 ) GRI 303-3-303-5

 

 

2020

2019

2018

 

Gesamt

8.327.300

9.691.000

8.682.000

Entnahme

Trinkwasser

175.000

204.000

186.000

 

Grundwasser

8.152.300

9.487.000

8.496.000

 

Gesamt

9.044.400

9.652.000

9.176.000

Einleitung

Kanalisation

110.200

133.000

140.000

 

Oberflächengewässer

1.458.600

1.634.000

1.519.000

 

Grundwasser

7.475.600

7.885.000

7.517.000

nur Produktionsstandorte, keine Wasserentnahme oder –einleitung in Wasserstressgebieten; Daten sind gemäß den behördlichen Abwasser- und Brunnenberichten dargestellt und können gegenüber früheren Veröffentlichungen abweichen. Ein kleiner Teil des Brunnenwassers am Standort München sowie ein Teil des auf den Dächern gesammelten Regenwassers werden über das Schwabenbächle als Oberflächenwasser eingeleitet. Nur bei Starkregen wird auch Regenwasser in das städtische Kanalsystem eingeleitet. So kann es dazu kommen, dass die Summe aus eingeleiteter Menge ins Grundwasser und Oberflächen­wasser nicht der Entnahmemenge entspricht.

 

Wasserqualität

Wir behandeln Abwasser je nach Art und Ausmaß der Verschmutzung in entsprechenden Abwasseranlagen. Die Qualität des eingeleiteten Abwassers entspricht den behördlichen Anforderungen des jeweiligen Standorts. Mit einem strikten Monitoring an den Standorten stellen wir die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte sicher. Alle Auflagen lokaler Behörden erfüllen wir zu 100%, Wasserquellen oder Wasseroberflächen wurden aufgrund unserer Betriebstätigkeit nicht negativ beeinflusst oder verschmutzt, auch 2020 sind keine schädlichen Substanzen in unseren Werken ausgetreten. Dies gilt insbesondere für unseren Standort in Kanada, der auf Sea Island im Mündungsgebiet des Fraser River in Richmond/British Columbia liegt. Die umgebenden Naturschutzgebiete sind für die Lachswanderung und Pazifikroute von Zugvögeln sehr wichtig.

Material und Abfall

Die lange Lebensdauer unserer Erzeugnisse und die ständige Verbesserung unserer Instandhaltungsverfahren sorgen für einen verminderten Rohstoffbedarf. Ein Triebwerk ist in der Regel 30 Jahre im Flugbetrieb, bevor es ausgemustert wird. Bei allen angewendeten Produktionsverfahren achten wir auf Effizienz beim Materialeinsatz und auf Abfallvermeidung. Wir entwickeln eigene Fertigungs- und Reparaturverfahren, die sich durch eine hohe Materialeffizienz auszeichnen. Der Geschäftsbereich MTU Maintenance erreicht in der Instandhaltung von Luftfahrtantrieben mit dem Ansatz „Reparieren statt Ersetzen“ eine sehr hohe Reparaturtiefe. Mit selbst entwickelten Spezialverfahren setzen wir Triebwerksbauteile instand, die in anderen Maintenance-Shops durch Neuteile ersetzt werden müssen. Wir ermöglichen zum Beispiel rund 70% aller Triebwerksschaufeln ein zweites, drittes oder sogar viertes Leben. Dieses Produktrecycling bauen wir sukzessive mit neuen Verfahren aus, um eine noch längere Lebensdauer und damit höhere Materialeffizienz zu erreichen. Bei den in der Lebensdauer begrenzten Bauteilen (Life Limited Parts) ist es uns gelungen, integriert hergestellte Triebwerksschaufeln und -scheiben, so genannte Blisks, zu reparieren. Dies ist wichtig, da immer mehr Blisks in einem Triebwerk verbaut werden. Auf dem Gebiet der Bliskherstellung und -reparatur zählen wir zu den weltweit führenden Unternehmen.

400.000
Einwegbecher weniger
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Wir haben an Standorten in Deutschland und Kanada Einwegbecher abgeschafft und durch Mehrweg- oder Pfandbecher ersetzt. Dadurch machen wir pro Jahr unzählige Einwegbecher überflüssig. Aufgrund des verstärkten Abfallaufkommens durch Lunchpakete zum Mitnehmen stellen wir auch hier auf ein Mehrwegverfahren um.

Mit additiven Verfahren wie dem metallischen 3D-Druck erreichen wir eine höhere Materialeffizienz in der Neuteilfertigung. Die Fertigungstechnologie ermöglicht die schnelle 3D-Herstellung sehr komplexer Bauteile und erlaubt größere Freiheiten im Bauteildesign. Die Bauteile werden direkt aus dem Pulverbett nach CAD-Konstruktionsdaten per Laser geschmolzen – lediglich 5-10% des eingesetzten Pulvers sind überschüssiges Material, das nicht verbaut werden kann. 

Unbedenkliche Stoffe: REACh-Verordnung

Wo immer es möglich ist, verzichten wir in unseren Herstellprozessen und Produkten auf Stoffe, die für Umwelt oder Gesundheit gefährlich sein können. Nach der europäischen REACh-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) sind bestimmte chrom(VI)-haltige SVHC-Stoffe (SVHC steht für Substances of Very High Concern/besonders besorgniserregende Stoffe) zulassungspflichtig. Wir setzen die EU-Verordnung zum Schutz von Mitarbeitern:innen und Umwelt entsprechend den Vorgaben um. Als REACh-Stoff verwenden wir Chromtrioxid zum Verschleiß- und Korrosionsschutz. Die Europäische Chemikalienagentur EChA hat der MTU aufgrund der sehr hohen Arbeitssicherheitsstandards im Bereich der Oberflächenbeschichtung eine Weiterverwendung in mehreren Verfahren bis 2029 genehmigt. Parallel dazu treiben wir langfristig die Eliminierung zulassungspflichtiger SVHC-Stoffe voran. Aktuell laufen zwei Technologieprojekte, mit denen wir auf der Suche nach Chromsäure/Chrom(VI)-Ersatzstoffen sind. Wir verpflichten Lieferanten über die Allgemeinen Einkaufsbedingungen, den rechtlichen Anforderungen der EU (Registrierung, Autorisierung etc.) nachzukommen, falls sie REACh-relevante Substanzen in ihren Hilfs- oder Betriebsstoffen verwenden.

Einsatz von Materialien

Der Verbrauch von Produktionsmaterial (Legierungen, Spritzpulver und Stahl) umfasste im zurückliegenden Geschäftsjahr 3.350 Tonnen, die Menge an benötigten Hilfs- und Betriebsstoffen lag bei 3.510 Tonnen. In Summe haben wir 7.380 Tonnen Material benötigt, das ist gegenüber dem Vorjahr ein deutlicher Rückgang (2019: 16.030 Tonnen) und vor allem auf einen geringeren Bedarf an Hilfs- und Betriebsstoffen infolge einer geringeren Auslastung zurückzuführen. 7,1% unseres gesamten Verbrauchs stammte aus erneuerbarem Material. 

Materialverbrauch (in Tonnen) GRI 301-1

 

2020

2019

2018

Gesamt

7.380

16.030

15.110

Produktionsmaterial

3.350

4.340

3.760

Hilfs- und Betriebsstoffe

3.510

10.080

10.030

Sonstiges Material

520

1.610

1.320

fremd bezogenes Material für Produktionsstandorte; Produktionsmaterial setzt sich zusammen aus Titan- und Nickelbasislegierungen und Spritzpulver, Hilfs- und Betriebsstoffe beinhalten Öle, Kühlschmierstoffe, Chemikalien, Schmierstoffe, Gase und die Kraftstoffe Kerosin und Diesel, das sonstige Material besteht aus Papier, Karton-Verpackungen und Holzpaletten und –kisten. Die MTU nutzt für Triebwerksteile Umlaufverpackungen, die mehrmals verwendet werden können.

Unsere Produkte erfordern den Einsatz von Materialien, die aufgrund einer möglichen Herkunft aus Zentralafrika als Konfliktmineralien eingestuft werden und problematisch hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen sein können. Wir beschaffen diese mineralischen Rohstoffe nicht direkt und haben im Lieferantenmanagement entsprechende Prozesse implementiert, um unserer Sorgfaltspflicht gegenüber Menschenrechten nachzukommen. → Mehr dazu unter Menschenrechte

Zirkuläres Wirtschaften: Unser Abfallmanagement

77,3%
Abfall verwertet
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Ein Großteil des Abfallaufkommens der MTU konnte auch 2020 wiederverwertet werden. Wir erreichen seit Jahren hohe Verwertungsquoten.

Die MTU betreibt ein nachhaltiges Abfallmanagement mit getrennter und sicherer Entsorgung je nach Abfallart und Recyclingverfahren. Wir versuchen in erster Linie, Abfälle zu vermeiden, Reststoffe wiederzuverwenden und Abfälle stofflich oder energetisch zu verwerten beziehungsweise fachgerecht zu beseitigen, falls eine Verwertung nicht möglich ist. Damit wollen wir Materialverbrauch und Entsorgungsmengen möglichst gering halten. Auf diese Weise erreichen wir über die Jahre hohe Verwertungsquoten. Wir haben an Standorten in Deutschland und Kanada Einweg-Getränkebecher abgeschafft und durch Mehrweg- beziehungsweise Pfandbecher für Mitarbeiter:innen ersetzt. Dadurch können wir bereits - in normalen Zeiten - rund 400.000 Becher pro Jahr vermeiden.

Abfallbilanz (in Tonnen) GRI 306-2

 

2020

2019

2018

Abfall gesamt

7.040

8.370

8.010

davon verwertet

5.440

7.320

7.060

davon beseitigt

1.600

1.050

950

Anteil gefährlicher Abfall

2.790

3.440

3.290

davon verwertet

1.370

2.590

2.440

davon beseitigt

1.420

850

850

nur Produktionsstandorte, ohne Bauabfälle; die höhere Menge an gefährlichem Abfall zur Beseitigung 2020 resultiert aus einer überarbeiteten Deklarierung des Abnehmers an unserem Standort in Rzeszów/Polen 

Das gesamte Abfallaufkommen belief sich 2020 auf 7.040 Tonnen und lag damit um 15,9% unter dem Vorjahreswert. Gemessen am Gesamtaufkommen haben wir eine Verwertungsquote über den MTU-Konzern von 77,3% erreicht. Abfallaufkommen und Verwertungswege sind vor allem abhängig von der Produktionsauslastung. Der Anteil an gefährlichem Abfall lag im Berichtszeitraum bei 39,6%. An den MTU-Standorten sind 2020 erneut keine Bodenverschmutzungen durch den Austritt gefährlicher beziehungsweise umweltgefährdender Stoffe aufgetreten.

Ausblick

Das Ziel eines künftig weitgehend klimaneutralen Standortes in München wollen wir im Energiemanagement durch den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen (PV) und die Nutzung von potentiellen Speichertechnologien und Wärme durch die Tiefen-Geothermie unterstützen. Die erste PV-Anlage geht 2021 in Betrieb. Dann wird auch eine Machbarkeitsstudie zur Geothermie bezüglich einer technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Umsetzung erstellt. Geothermie gilt als besonders umweltfreundliche Energiequelle, die fossile Energieträger ersetzen kann und kein CO2 emittiert. Für den Standort Rzeszów in Polen ist eine PV-Anlage bereits in Planung und auch der Maintenance-Standort in Ludwigsfelde bei Berlin prüft entsprechende Möglichkeiten.


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