Unternehmensführung

Sorgfaltspflichten nachkommen

Menschenrechte

Wir achten die Menschenrechte und setzen uns dafür ein, dass sie im Konzern und in der vorgelagerten Wertschöpfungskette eingehalten werden. In unserer Unternehmenskultur ist der Schutz der Menschenrechte mittels verschiedener Instrumente verankert. Über diese Selbstverpflichtung hinaus verfolgen wir das Ziel, Menschenrechtsverletzungen bei der MTU und in der Lieferkette zu verhindern.


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Die Persönlichkeit und Würde jedes Menschen zu achten, Chancengleichheit zu wahren und Diskriminierung zu verhindern - wir setzen uns für die Achtung der Menschenrechte unserer Mitarbeiter:innen ein.

Die MTU achtet uneingeschränkt die international anerkannten Menschenrechte in der allgemeinen Erklärung der Vereinten Nationen (UN Declaration of Human Rights) und setzt diese innerhalb ihres Einflussbereichs um. Darüber hinaus achten und unterstützen wir die grundlegenden Prinzipien der internationalen Arbeitsorganisation (Kernarbeitsnormen der International Labour Organisation ILO) und sind Unterzeichner des UN Global Compact, der sich mit dem Prinzip 6 die Einhaltung der Menschenrechte zum Ziel gesetzt hat.

Die Achtung von Menschenrechtsprinzipien ist für uns ein übergreifendes Thema, das mehrere Bereiche umfasst. Dazu zählen soziale Arbeitsstandards/Arbeitsrechte für Mitarbeiter:innen, ein nachhaltiges Lieferantenmanagement und Trade-Compliance-Standards für eine verantwortungsvolle Außenwirtschaft.

Die Erwartungen an Unternehmen in Bezug auf Menschenrechte sind gestiegen. Das zeigen zunehmende gesetzliche Regelungen wie die geplanten Vorhaben zum Sorgfaltspflichtengesetz in Deutschland oder zur neuen EU Due Diligence Legislation. Wir sind uns unserer Verantwortung als global agierendes Unternehmen bewusst und wollen unserer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachkommen. Wir verfolgen insbesondere das Ziel, Menschenrechtsverletzungen, von denen Mitarbeiter:innen betroffen sein können, zu verhindern (Null-Toleranz-Ansatz). Die Achtung der Menschenrechte endet für uns aber keinesfalls an den Werkstoren. Die MTU erwartet von ihren Lieferanten, dass sie die Menschenrechte einhalten und faire Arbeitsbedingungen schaffen.

Unser Beitrag zu SDG 5 und 8

Die globalen Entwicklungsziele der UN (SDGs) enthalten ebenfalls Menschenrechtsgrundsätze. Wir unterstützen SDG 5 „Gleichberechtigung der Geschlechter“ und SDG 8 „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ und wollen einen Beitrag zur Verwirklichung dieser SDGs leisten. Das ist uns für 2020 erneut gelungen: Wir hatten weder einen Diskriminierungsvorfall innerhalb der MTU noch lagen uns Hinweise auf Verstöße von Lieferanten gegen unsere Standards in Bezug auf Menschenrechte vor.

Gleichberechtigung der Geschlechter
Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

→ Erfahren Sie mehr über unseren Beitrag zu den SDGs der UN-Agenda 2030

 

Verhaltenskodex für Mitarbeiter:innen

Die MTU sieht es als ihre Pflicht, die Persönlichkeit und Würde jedes einzelnen Menschen zu achten, Chancengleichheit bei der Beschäftigung zu wahren und Diskriminierung zu verhindern. Der Schutz der Menschenrechte, das Recht auf eine angemessene Vergütung sowie die Anerkennung arbeitsrechtlicher beziehungsweise betriebsverfassungsrechtlicher Vorschriften von Arbeitnehmervertretungen oder Gewerkschaften sind über die Verhaltensgrundsätze konzernweit implementiert. Wir wollen als Arbeitgeber faire Arbeitsbedingungen auf der Grundlage rechtskräftiger Arbeitsverträge und einer angemessenen Vergütung schaffen. Dazu zählen auch das Recht auf Vereinigungsfreiheit und der Abschluss von Kollektivvereinbarungen. 

Die Einhaltung der Verhaltensgrundsätze und ethischer Prinzipien ist als ein Leitsatz in unserem übergeordneten Leitbild verankert. Darüber hinaus gelten je nach Standort gesetzliche Verpflichtungen, die wir erfüllen, in Deutschland zum Beispiel das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Mit dem Ziel, Mobbing, sexuelle Belästigung und Diskriminierung zu unterbinden, haben wir hier für Mitarbeiter:innen eine interne, gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung beschlossene Richtlinie zu partnerschaftlichem Verhalten eingeführt. In dieser ist ein systematischer Prozess im Beschwerdefall festgelegt.

Neue Mitarbeiter:innen werden bei Beginn der Beschäftigung auf die Verhaltensgrundsätze und in Deutschland zusätzlich auf das AGG hingewiesen und verpflichten sich zur Einhaltung dieser Vorgaben. Darüber hinaus schulen wir regelmäßig über alle Hierarchieebenen und Standorte hinweg zu den Verhaltensgrundsätzen. → Mehr zum MTU-Verhaltenskodex und zu den Schulungen unter „Compliance" Die im Berichtsjahr überarbeiteten Verhaltensgrundsätze beinhalten eine stärkere Gewichtung der Menschenrechte, deren Achtung als essenziell für die gesellschaftliche und soziale Verantwortung der MTU herausgehoben ist. Unser Null-Toleranz-Ansatz bei Verstößen ist ebenfalls über die Verhaltensgrundsätze untermauert.

Menschenrechte in der Lieferkette

Für die vorgelagerte Wertschöpfung greift ein Verhaltenskodex für Lieferanten. Unsere Lieferanten müssen sich zur Einhaltung des Verhaltenskodex verpflichten, der sich an den zehn Prinzipien des UN Global Compact und den Kernarbeitsnormen der International Labour Organisation (ILO) orientiert. Er fordert von Lieferanten die Achtung der Menschenrechte, deren Einhaltung und die Sicherstellung, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen. Darüber hinaus sieht er die Einhaltung von Arbeitsstandards in Bezug auf Vereinigungsfreiheit, das Recht auf Kollektivvereinbarung, das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit, die Gleichheit des Entgeltes unabhängig vom Geschlecht und die Gleichbehandlung der Mitarbeiter:innen vor. Wir verpflichten unsere Lieferanten zudem zur Weitergabe der Anforderungen an Sublieferanten und behalten uns ein fristloses Kündigungsrecht aller mit einem Lieferanten bestehender Rechtsgeschäfte für den Fall vor, dass dieser im Herstellungsprozess für seine Lieferungen Kinderarbeit einsetzt. → Zum MTU-Verhaltenskodex für Lieferanten

 

Meldewege für Beschwerden sind installiert

Etablierte Meldeprozesse sorgen dafür, Beschwerden oder Meldungen hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen konsequent verfolgen zu können. Sowohl Mitarbeiter:innen als auch externe Stakeholder können Meldungen beim Compliance Officer als vertrauliche Ansprechstelle im Konzern oder anonym über das webbasierte und mehrsprachige Meldesystem iTrust einreichen. Dies gilt für alle Aspekte, die in Zusammenhang mit Menschenrechten stehen können. → Zum Umgang mit Meldungen siehe „Compliance"

Für Mitarbeiter:innen sind ergänzende standortspezifische Meldestellen eingerichtet, über die wir vor Ort informieren. So sind nach gesetzlichen Vorschriften wie dem AGG in Deutschland für Beschwerden in Bezug auf Diskriminierung entsprechend geschulte Ansprechpartner:innen an den jeweiligen Standorten benannt, für Fälle von sexueller Belästigung können sich Mitarbeiterinnen an eine weibliche Kontaktperson wenden. Bei der MTU Maintenance Canada können Mitarbeiter:innen in Fällen von Diskriminierung eine formelle Beschwerde an die Personalleitung richten. Darüber hinaus haben sie das Recht, sich über eine formelle Beschwerde extern an das BC Human Rights Tribunal zu wenden. Bei der MTU Aero Engines Polska nimmt eine von Arbeitnehmer:innen gewählte Vertrauensperson diese Aufgabe wahr. Mitarbeiter:innen können sich bei Beschwerden auch an Führungskräfte, den Betriebsrat oder den Personalleiter wenden. Der Vorstand wird bei Verstößen abhängig von der Schwere der Auswirkungen informiert. Bei begründeten Beschwerden ergreifen wir angemessene Maßnahmen, um Abhilfe zu schaffen. → Mehr zur Zusammenarbeit zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretungen im Kapitel „Zusammenarbeit & Führung“

Keine Verstöße oder Vorfälle

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Diskriminierung bei der MTU
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Zero Discrimination - diesem Anspruch sind wir auch 2020 gerecht geworden: Wir freuen uns, dass wir erneut keine Vorfälle oder begründete Beschwerden hinsichtlich einer Diskriminierung von Mitarbeiter:innen zu verzeichnen hatten. Wir werten dies als ein Zeichen der guten Zusammenarbeit in der MTU. 

Im Berichtsjahr 2020 hat es weder einen Diskriminierungsvorfall noch eine begründete Beschwerde nach den an den jeweiligen Standorten geltenden Anti-Diskriminierungsgesetzen gegeben. Darüber hinaus gab es im MTU-Konzern keinen wesentlichen Verstoß gegen grundlegende Prinzipien der Verhaltensgrundsätze. 

Zudem sind keine Hinweise auf Verstöße von Lieferanten gegen den Verhaltenskodex in Bezug auf Menschenrechte eingegangen. Darüber hinaus ist mit keinem Lieferanten die Zusammenarbeit aufgrund von Nachhaltigkeitsdefiziten in Bezug auf Menschenrechte beendet worden.

   

Mögliche Risiken genau im Blick haben

Wir haben keinen Geschäftsstandort der MTU identifiziert, bei dem von einem erheblichen Risiko für Kinder-, Zwangs- oder Pflichtarbeit ausgegangen werden muss bzw. bei dem das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen bedroht sein könnte. Die MTU schätzt das Risiko von Menschenrechtsverletzungen für Mitarbeiter:innen an allen Standorten als gering ein, da sie an die jeweilige nationale Gesetzgebung gebunden ist, die die Menschenrechte wahrt, und sie auf deren Einhaltung direkten Einfluss nehmen kann. Alle nationalen und internationalen Investitionsentscheidungen überprüfen wir dahingehend, ob sie die MTU-Standards zu Menschenrechten erfüllen. Mehr zum Risikomanagement von Nachhaltigkeitsthemen

In Bezug auf die Lieferkette wenden wir ein Konzept für eine jährliche Risikoanalyse für alle wichtigen Lieferanten der Standorte in Deutschland, Polen und Kanada sowie für die Tochtergesellschaft MTU Aero Engines North America an. Das Konzept berücksichtigt MTU-spezifische Produktgruppen und deren Beschaffungsländer, für die die Bewertung des jährlichen Global Slavery Index der Walk Free Foundation unter anderem hinsichtlich Zwangs- und Kinderarbeit sowie rechtlicher Rahmenbedingungen herangezogen wird. Das Konzept wird getrennt für die Geschäftsbereiche OEM (Neu- und Ersatzteilgeschäft) und MRO (Zivile Instandhaltung) angewendet, da der Einkauf über jeweils eigene Organisationseinheiten erfolgt. Das bestehende Konzept haben wir im Berichtsjahr weiterentwickelt, um für das Produktrisiko eine differenziertere Bewertung vornehmen zu können. Weitere Schritte sind in Planung (siehe Ausblick am Ende dieses Kapitels).

In diesem Prozess haben wir auch für 2020 keinen Lieferanten ermittelt, der ein erhebliches Risiko hinsichtlich Kinder-, Zwangs- oder Pflichtarbeit darstellt oder bei dem das Recht auf Vereinigungsfreiheit oder Tarifverhandlungen bedroht sein könnte. In der Maintenance erfolgt darüber hinaus zweimal im Jahr eine Supplier Evaluation für Lieferanten der deutschen Standorte.

  

Konfliktmineralien: Transparenz in der Lieferkette

Die Einhaltung der Menschenrechte in der Lieferkette wollen wir mit verschiedenen Maßnahmen sicherstellen. Dies gilt vor allem für den Einkauf bestimmter Rohstoffe, so genannter Konfliktmineralien wie Tantal, Zinn, Wolfram und Gold, die teilweise in unseren Bauteilen enthalten sind. Diese Mineralien können in der Beschaffung problematisch sein, da sie zum Teil in zentralafrikanischen Minen abgebaut werden und zur Finanzierung bewaffneter Konflikte mit Menschenrechtsverletzungen dienen. Die MTU strebt nach einer nachhaltigen und transparenten Wertschöpfungskette ohne Konfliktmineralien. Wir beziehen keine Mineralien direkt, sondern diese gelangen über eine weltweite und mehrstufige Lieferkette in die Produktion beziehungsweise Vorproduktion. Von unseren US-Partnern und Kunden werden wir gemäß dem Dodd-Frank-Act für US-amerikanische, börsennotierte Unternehmen aufgefordert, die Herkunft der eingesetzten Mineralien in unseren Bauteilen offenzulegen beziehungsweise nur bei zertifizierten Minen und Vorlegierungsherstellern (Compliant Smelter List) zu beschaffen. Die MTU fordert ihrerseits die relevanten Lieferanten verbindlich auf, die Herkunft der Mineralien anzugeben, um eine Wertschöpfungskette mit konfliktfreien Rohstoffen sicherzustellen. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Vertragsvorlagen für Lieferanten verlangen Informationen zur Herkunft der Mineralien, die wir gemäß dem EICC/GeSi Conflict Minerals Reporting Template abfragen. Der MTU sind für 2020 aus der Abfrage bei Lieferanten keine Hinweise bekannt, die im Widerspruch zum Dodd-Frank-Act stehen. Dieser bezieht sich auf die Gewinnung und den Handel von Konfliktmineralien in den Ländern der Demokratischen Republik Kongo und ihren Nachbarstaaten (Angola, Burundi, Republik Kongo, Ruanda, Sambia, Sudan, Tansania, Uganda, Zentralafrikanische Republik).

Ausblick

Im Jahr 2021 wollen wir mit Schulungen für alle Mitarbeiter:innen zu den überarbeiteten Verhaltensgrundsätzen starten. Ein neues E-Learning-Konzept ist hierzu in Vorbereitung.

Für die weiterentwickelte Risikoanalyse von Lieferanten ist eine Integration in den bestehenden Risikoprozess für Lieferanten vorgesehen und als weiterer Schritt die Prüfung der Einhaltung von Nachhaltigkeitsaspekten für wesentliche Lieferanten geplant. Hier befinden wir uns aktuell in der Konzeptphase.

Weiterführende Informationen in diesem Bericht:

→ Nachhaltiges Lieferantenmanagement

→ Verantwortungsvolle Außenwirtschaft


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